Gründlich über den Haufen geworfen sieht die Pariser Staatsbahn SNCF inzwischen ihr ursprüngliches Ziel, für das kommende Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Schon im Sommer musste sie dieses nach unten korrigieren. Bahnchef Louis Gallois sprach Ende Mai nur noch von einem Budget "nahe dem Gleichgewicht", wollte aber bisher nicht davon abrücken, dass das zukünftige Investitionsprogramm wie vorgesehen weiter durchgezogen und die Verschuldung des Unternehmens nicht über 7,6 Mrd Euro hinausgehen werde. Wie die Pariser Wirtschaftszeitung Les Echos jetzt unter Berufung auf Arbeitnehmerorganisationen im Bereich der Bahn meldete, wird diese in das nächste Jahr nunmehr mit einem Defizit aus der normalen Geschäftstätigkeit in Höhe von 70 Millionen Euro hineingehen. Zwar läge der Minusbetrag um knapp 100 Millionen unter dem dieses Jahres, für dessen Höhe vor allem die mehrwöchigen Bahnstreiks im Frühjahr und die hohen Kosten für die Eröffnung der neuen Hochgeschwindigkeitslinie Lille-Marseille verantwortlich gemacht wurden; dennoch ist das neuerliche Defizit enttäuschend, wenn man es mit den ambitiösen Ankündigungen der Bahnspitze von Anfang des Jahres vergleicht. (vr/jb)
Defizit bei französischer Staatsbahn
Für 2002 wird mit 70 Millionen Euro Minus gerechnet