Cuxhaven will an die großen Frachter

20.08.2007 17:33 Uhr
cuxhaven
Cuxhaven möchte neben Wilhelmshaven der zweite deutsche Tiefwasserhafen werden (eha)
© Foto: eha

„Jeder Meter zusätzliche Kaimauer wird gebraucht“: Cuxport-Geschäftsführer will zweiten deutschen Tiefwasserhafen an Elbemündung errichten

Cuxhaven. Geht Cuxhavens Traum von einem Tiefwasserhafen über einen Umweg doch noch in Erfüllung? Sechs Jahre nach der in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover getroffenen Entscheidung, Wilhelmshaven als Standort für den deutschen Tiefwasserhafen zu bestimmen, nimmt das Umschlagunternehmen Cuxport GmbH einen erneuten Anlauf, um den Elbmündungshafen zu einem zweiten deutschen Tiefwasser-Standort zu entwickeln. „In zehn Jahren könnten wir hier eine Million TEU umschlagen“, sagte Cuxport-Geschäftsführer Heinrich Ahlers heute in Hamburg. Dabei räumte er ein, dass man mit dem Vorhaben zunächst ganz am Anfang des Prozesses stehe. Augenblicklich läuft das Planfeststellungsverfahren für den neuen Liegeplatz 4 (LP 4), der an das bisherige, parallel zum Elbe-Strom verlaufende Kaimauer- und Liegeplatz-Ensemble von zusammen rund 720 Meter anschließt. Der LP 4 wird noch einmal gut 290 Meter Kai bringen, wobei das Schlussstück des neuen Liegeplatzes, der rund 40 Millionen Euro nur als Infrastruktur kostet, eine sogenannte Schwerlastplattform darstellt. Cuxport würde noch einmal einen vergleichbaren Betrag für die Suprastruktur aufbringen. Über die neue Einrichtung sollen künftig Offshore-Windanlagen und entsprechende Komponenten verladen werden. Ein entsprechendes Werk entsteht jetzt in Cuxhaven. Verläuft alles nach Plan, dann könnte der LP 4 um das Jahr 2009/2010 zur Verfügung stehen. Die weiteren Liegeplätze, die benötigt werden, um Containerschiffe abzufertigen, würden dann in den Folgejahren entstehen. Stünden sie zur Verfügung, dann ergäbe sich in Cuxhaven eine Stromkaje von gut zwei Kilometer. Damit verbunden wären mehrere 100 Millionen Euro an Investitionen. Zum Vergleich: Der Jade-Weser-Port (JWP) soll in der ersten Ausbaustufe ebenfalls knapp zwei Km Kaimauerlänge aufweisen. Ahlers betonte, dass die ehrgeizigen Containerpläne im Elbe-Mündungshafen nicht dazu dienen sollten, anderen deutschen Nordseehäfen Konkurrenz zu machen. Angesichts des erheblichen Mengenwachstums im Containerverkehr „brauchen wir jeden Meter neuer Kaimauer“. Ahlers verwies auf aktuelle Berechnungen, wonach weltweit derzeit 65 Kilometer Kaimauer-Kapazität fehlten. Die angestrebten Containermengen erwartet man sowohl aus dem europäischen Kurzstreckenseeverkehr als auch aus dem Übersee-Containerverkehr. Im Gegensatz zu Wilhelmshaven, das mit dem JWP ein ganz klares Votum zugunsten des reinen Containerverkehrs abgegeben habe, halte Cuxhaven an seinem Universalhafenstatus fest. Schon heute behandelt der Elbmündungshafen neben Containern, vor allem Ro/Ro-Ladung und Stückgüter sowie Projektladung. 2006 schlug der Hafen rund 1,6 Millionen Tonnen um. Darin eingeschlossen waren 75.000 Standardcontainer (TEU) und rund 210.000 Neufahrzeuge. Für 2007 rechnet Cuxport-Mitgeschäftsführer Hans-Peter Zint mit 1,75 Millionen Tonnen, gut 85.000 TEU und 230.000 Neufahrzeugen. An der Firma Cuxport, die jetzt zehn Jahre besteht, sind die beiden Firmen Rhenus AG & Co. KG sowie mit 25,1 Prozent die HHLA aus Hamburg beteiligt. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 146 Mitarbeiter. (eha)

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