Essen. Der Containerumschlag-Index des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist im April saisonbereinigt deutlich auf 114,7 von (korrigiert) 116,7 gesunken. Das teilten beide Institute am Donnerstag mit. Dies deute darauf hin, dass sich das Volumen des internationalen Warenaustauschs verringert hat, heißt es. Allerdings habe es Rückgänge ähnlichen Ausmaßes in der Vergangenheit bereits häufiger gegeben, sie wurden oft im Folgemonat wieder ausgeglichen. Von daher bleibe abzuwarten, ob der jüngste Rückgang des Index tatsächlich eine rückläufige Grundtendenz des Welthandels anzeigt.
Der Index für den März wurde gegenüber der vor einem Monat veröffentlichten Schnellschätzung nur leicht um 0,1 Punkte nach unten revidiert. Die Veränderung liegt damit weit unter dem bisherigen Durchschnitt. Die aktuelle Schnellschätzung für April stützt sich auf die Angaben von 41 Häfen, die über 75 Prozent des im Index abgebildeten Containerumschlags abdecken.
In den Index gehen die vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) im Rahmen seiner Marktbeobachtung fortlaufend erhobenen Angaben zum Containerumschlag in 73 internationalen Häfen ein, die rund 60 Prozent des weltweiten Containerumschlags tätigen. Da der internationale Handel im Wesentlichen per Seeschiff abgewickelt wird, lassen diese Containerumschläge zuverlässige Rückschlüsse auf den Welthandel zu. Weil viele Häfen bereits zwei Wochen nach Ablauf eines Monats über ihre Aktivitäten berichten, ist der RWI/ISL-Containerumschlag-Index ein zuverlässiger Frühindikator der Entwicklung des internationalen Handels mit verarbeiteten Waren und damit auch der weltwirtschaftlichen Aktivität. (bw)