Uljanowsk: Die russische Volga-Dnepr Gruppe hat aufgrund der schlechten Auftragslage im AN-124-Chartermarkt Probleme mit dem Cash-Flow. Die Verkäufe fielen im ersten Halbjahr um 8,6 Prozent und das Frachtvolumen um 17 Prozent.
Die Tochterfirma Air Cargo Germany (ACG), an der Volga-Dnepr 49 Prozent hält, muss eine saftige Vertragsstrafe an die amerikanische Associated Energy Group zahlen. Die einem Startverbot unterliegende Fluglinie ist bei der Rückzahlung eines Kredites in Höhe von zehn Millionen Euro im Verzug geraten. Das Investment in ACG könnte sich schnell als Bürde erweisen.
Laut dem Londoner Loadstar sind die Chancen für ein Investment der russischen Frachtfluglinie in Cargolux gering, da das Chartergeschäft im letzten Jahr nur die Hälfte des früheren Ertrages von 1,6 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) einbrachte. Zudem könnte Volga-Dnepr durch den Wandel im Afghanistan-Geschäft getroffen werden.
„Als Fracht (durch das amerikanische Militär: Anm. d. Red.) nach Afghanistan gebracht wurde, wurde sie vollständig auf dem Flugweg transportiert, da sie möglichst schnell vor Ort sein musste. Auf dem Rückweg besteht keine Eile. Die Fracht muss nur zum nächstgelegenen Hafen transportiert werden. Auf diese Weise kann das Militär sehr viel Geld sparen“, berichtet der Loadstar. Durch die Refokussierung auf Inlandsstrecken könnte die Tochtergesellschaft AirBridge Cargo (ABC) wieder an Fahrt gewinnen. Wegen der starken Konkurrenz durch Round-the-world-Frachtfluglinien musste ABC zwei Boeing 747-BF einmotten. (rup)