Den Einzug von Lausitz Logistics and Services, einer von Ex-Cargoliftermitarbeitern gegründeten Firma, und Transatmospheric Operation wertete Heinz Hermann, Aufsichtsratsvorsitzender des brandenburgischen Unternehmens, als positives Signal für die Umsetzung des Drei-Säulen-Modells, das die Firma retten soll. Dieses Modell sieht die Einrichtung eines Kompetenzzentrums für die "Leichter-als-Luft"-Technologie auf dem Firmengelände vor. In dem Rahmen soll eine gemeinnützige Gesellschaft nach weiteren Einsatzmöglichkeiten dieser Technologie suchen. Forschungserfolge könnten dem Standort Briesen-Brand zu Gute kommen. Dritte Säule ist eine Transfergesellschaft, die die gekündigten Mitarbeiter übernimmt. So soll die Abwanderung von Wissen verhindert werden. Ein vollständiges Sanierungskonzept wollen Aufsichtsrat, Vorstand und Insolvenzverwalter der Gläubigerversammlung Ende September vorlegen. Von dem Drei-Säulen-Modell zeigte sich der zuvor kritische Bundeswirtschaftsminister Werner Müller bei einer Veranstaltung in Cottbus angetan. Er könne sich vorstellen, dass das Bundeswirtschaftsministerium die Pläne "im notwendigen Umfang" mittrage. Laut Aussage des Unternehmens nehme auch die Bereitschaft der Aktionäre, weiter zu investieren, wieder zu. Außerdem sucht Cargolifter nach weiteren Investoren. Verhandlungen führt das Unternehmen derzeit mit dem britischen Wettbewerber Advanced Technologies Group (ATG), der überlege sein Luftschiff in Brandenburg zu bauen. Allerdings befindet sich auch der britische Luftschiffbauer in finanzieller Schieflage. Von ihrer Tochtergesellschaft Airship Operations mit einem Trainingsluftschiff wollen sich die Brandenburger ganz trennen.
Cargolifter: Erste Erfolge beim Drei-Säulen-Modell
Die ersten beiden Fremdfirmen haben ihre Büros auf dem Gelände von Cargolifter bezogen. Damit hat der angeschlagenen Luftschiffbauer den ersten kleinen Schritt in Richtung Sanierung gemacht.