Frankfurt/Main. „Verlader sollten sich möglichst auf einen einheitlichen Fragebogen verständigen, mit dem sie die Nachhaltigkeits-Aktivitäten von Speditions- und Logistikdienstleistern auf den Prüfstand stellen.“ Das sagte Andrea Dorothea Schön, Environment and Green Logistics Manager der Schenker AG, auf der Fachkonferenz „Grüne Logistik“ der VerkehrsRundschau in Frankfurt/Main. Zumindest wäre es wünschenswert, so die Nachhaltigkeitsexpertin, wenn sich die Unternehmen auf einzelne Module verständigen könnten, um auf diese Weise den Aufwand für Speditions- und Logistikunternehmen in Grenzen zu halten. Umgekehrt wünschen auch die beauftragten Carrier ein möglichst einheitliches Abfrageformat von den Spediteuren.
Außerdem stellte die DB Schenker-Managerin fest, dass Auftraggeber häufig von ihren Speditionsdienstleistern ein umfangreiches – „selbstverständlich“ kostenfreies – Carbon Reporting verlangen, ohne Schlussfolgerungen für eigene Reduktionsmaßnahmen. Zielführender sei aus ihrer Sicht die Frage: „Was können wir gemeinsam unternehmen, um Emissionen zu reduzieren?“ Denn wirkliche CO2-Reduktion sei nur, so Schön, im Zusammenspiel zwischen Auftraggebern und den Logistikpartnern leistbar. Dazu zählt auch die Einbindung der beauftragten Carrier, die DB Schenker Logistics seinerseits nicht nur nach deren Emissionsminderungszielen und Maßnahmen abfragt, sondern in gemeinsamen Reduktionsprojekten begleitet und unterstützt.
Carbon Footprint als zweite Währung
Gleichzeitig unterstrich die Nachhaltigkeits-Expertin: „Das Thema Carbon Footprint kann künftig die zweite Währung werden – nicht morgen, aber spätestens in zehn Jahren.“ Kunden würden heute schon verstärkt bei der Auswahl ihrer Logistikpartner darauf achten, ob und wie diese den Carbon Footprint ausweisen könnten. Außerdem stellt die Managerin fest, dass neben dem Thema CO2 zunehmend auch die Reduktion weiterer Schadstoffe wie etwa Schwefel- und Stickoxide, Feinstaub und Kohlenwasserstoffe von Logistikdienstleistern gefordert werde. Treiber seien hier insbesondere die Chemie- und Pharmabranche, so Schön.
Auch Matthias Wohlfahrt, Senior Manager der Beratungsfirma Bearing Point, zeigte sich auf der Veranstaltung davon überzeugt, dass „in Zukunft aus sporadischen CO2-Footprints ein kontinuierliches und systematisches CO2-Reporting“ wird. Auf der Veranstaltung „Grüne Logistik“ diskutierten in Frankfurt/Main über 40 Teilnehmer über die Relevanz des Themas Carbon Footprint. Ihr Fazit: Das Thema wird in Zukunft innerhalb der logistischen Wertschöpfungsketten deutlich an Bedeutung gewinnen – allerdings werden Verlader dafür wohl kaum höhere Kosten in ihrer Logistik in Kauf nehmen. (eh)