Berlin. Das Bundesverkehrsministerium hat Vorschläge aus der CSU zur Einführung einer PKW-Maut erneut zurückgewiesen. „Wortmeldungen mit der Forderung nach einer PKW-Maut sind abwegig“, sagte eine Ministeriumssprecherin heute in Berlin. Damit werde auch das Problem des Tanktourismus nicht beseitigt. Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) habe bereits in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass vielmehr auf europäischer Ebene eine Harmonisierung von Steuern, Standards und Mindestlöhnen sowie Qualitätsmaßstäben erreicht werden müsse. Außerdem stünden der aus Süddeutschland vorgeschlagenen Vignette zu hohe Verwaltungskosten gegenüber. „Die Einnahmen würden nicht einmal ausreichen, die Systemkosten zu decken“, so die Sprecherin. Darüber hinaus würde eine PKW-Maut zu massivem Ausweichverkehr auf Bundes-, Land- und Kreisstraßen führen. Dies hätte eine erhebliche Lärm- und Abgasbelastung für viele Bürger zur Folge und würde ebenso wenig zu den im süddeutschen Raum erwarteten Zusatzeinnahmen führen. Der Vorstoß des bayerischen Innenministers Günther Beckstein (CSU) für eine entfernungsunabhängige PKW-Vignette in Höhe von 100 Euro ist selbst in der CSU umstritten. Der Minister will damit den Tanktourismus etwa nach Tschechien stoppen. Unter Leitung von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) prüft eine CSU-Arbeitsgruppe derzeit Zahlen, Gutachten und Vorschläge. Glos selbst hat bisher keine Präferenzen zu erkennen gegeben. (dpa/tz)
Bundesverkehrsministerium: „PKW-Mautforderungen sind abwegig“
Der bayerische Innenminister Beckstein hat die Einführung einer PKW-Vignette in Höhe von 100 Euro vorgeschlagen