Berlin. Der Bundestag hat heute die Teilprivatisierung der Deutschen Bahn beschlossen. Damit sind die Weichen für den Börsengang des größten europäischen Verkehrsunternehmens von politischer Seite gestellt. Grüne, FDP und Linke lehnten den entsprechenden Antrag der großen Koalition ab. Danach sollen 24,9 Prozent Anteile an einer Verkehrs- und Logistik-Holding der Bahn an private Anleger verkauft werden. Das 34.000 Kilometer umfassende Schienennetz bleibt voll in Bundeshand. Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn hat den Beschluss des Bundestages zum Börsengang des Verkehrsunternehmens begrüßt. „Das ist ein guter Tag für Kunden, Steuerzahler und Mitarbeiter“, sagte Mehdorn heute laut Mitteilung in Berlin. Der Beschluss sichere die Zukunft des Unternehmens und seiner 237.000 Beschäftigten. „Jetzt gilt es in den kommenden Monaten, die Teilprivatisierung gemeinsam zu einem Erfolg zu führen und damit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.“ Bahn-Aufsichtsratschef Werner Müller hat angebliche Pläne für eine Berufung des Managers Utz Claassen an die Spitze der neuen Bahntochter DB Mobility Logistics dementiert. Diese Information sei „frei erfunden“, sagte ein Sprecher Müllers heute in Essen. „Es ist nicht einmal eine clevere Spekulation“, fügte er hinzu. Die „Rheinische Post“ (Freitag) hatte zuvor berichtet, der Ex-EnBW-Vorstandschef Claassen solle nach dem Willen Müllers vom Jahr 2010 an die Transportsparte leiten, die in diesem Herbst zu 24,9 Prozent an die Börse gehen soll. Beschlossen ist, dass zunächst Konzernchef Hartmut Mehdorn auch die Tochter leiten wird. (dpa)
Bundestag beschließt DB-Teilprivatisierung
Bahnchef Mehdorn begrüßt den Parlamentsbeschluss, die Bahn hat Spekulationen über Claasen als seinen Nachfolger dementiert