Berlin. Das Bundeskabinett hat den früheren Chemiemanager Utz-Hellmuth Felcht als neuen Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn bestätigt. Die Ernennung sei Teil einer „Neuausrichtung der deutschen Verkehrspolitik“, betonte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Mit Blick auf einen möglichen Börsengang der Bahn sagte der CSU-Politiker bei der offiziellen Vorstellung Felchts, bei der Bahn habe es „hohe und höchste Erwartungen“ und „überschäumende Visionen“ gegeben. „Dies stellt sich heute anders da“. Daher sei die Umbesetzung im Aufsichtsrat notwendig gewesen. der 63-jährige Felcht wird Nachfolger von Werner Müller, dessen Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender nicht verlängert wurde. Felcht äußerte sich zurückhaltend zu den Aussichten auf einen Börsengang. Die Bahn müsse wieder das gewinnen, was sie einst ausgemacht habe: „Kundenorientierung, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit – und das in wirtschaftlicher Form“, sagte er. Erst dann sei wieder an einen Börsengang zu denken. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Patrick Döring, forderte Felcht auf, den Konzern auf Sparkurs zu halten, auch wenn dies vorerst eine Privatisierung verhindere. „Wir haben als Koalition gesagt, dass ein Börsengang nur dann stattfindet, wenn wir mehr Geld oder mindestens das bekommen, was das Unternehmen Wert ist“, betonte er in einem Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung. Döring rückt als Vertreter des Bundestags in den Aufsichtsrat auf. Zudem wurden vier weitere Posten neu besetzt: Die Bundesregierung entsandte die Staatssekretäre Klaus-Dieter Scheurle (Bundesverkehrsministerium), Hans Bernhard Beus (Bundesfinanzministerium) und Bernhard Heitzer (Bundeswirtschaftsministerium). Neu auf der Arbeitgeberseite ist auch der Leipziger Unternehmer Knut Löschke, Gründer des Systemhauses PC-Ware Informations AG. (jök).
Bundesregierung bestätigt Felcht als Bahn-Aufsichtsratschef
Weitere Personalentscheidungen für den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn: FDP-Politiker Döring kommt als Vertreter des Bundestages ins Kontrollgremium