Der Friedensnobelpreisgewinner Muhammad Yunus hat das Kreditwesen von seinem Heimatland Bangladesch aus revolutioniert und damit unzählige Menschen aus der Armut befreit. Das Konzept seiner Grameen Bank ist einfach: Kleinstkredite für die Ärmsten der Armen. Meist sind die Schuldner Frauen, die mit den wenigen Euro Starthilfe ein Leben in Würde aufbauen können. In Zeiten, in denen weltweit Banken Milliardenbeträge abschreiben müssen, welche sie durch Geldgier bei hochspekulativen Investmentgeschäften verloren haben, ist Yunus mit seiner bodenständigen Botschaft eine Offenbarung. Die Idee seines „sozialen Unternehmens“ scheint im Anbetracht des ständigen Strebens nach immer noch mehr Rendite absurd. Yunus‘ Konzept geht weit über soziales Unternehmertum hinaus. Der Banker will ein Unternehmen, welches Gewinne nicht an seine Investoren ausschüttet, sondern komplett in den Ausbau des Geschäftes steckt. Eine Vision aus der Dritten Welt und – wie mehrere erfolgreiche Projekte zeigen – ein Beispiel für Europa. (sb) Muhammad Yunus. Die Armut besiegen. Das Programm des Friedensnobelpreisträgers. Carl Hanser Verlag. München 2008, 311 Seiten, gebunden, 19,90 Euro, ISBN 978-3-446-41236-1
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