Brüssel untersucht Verkauf der Austrian Airlines an Lufthansa – Besorgnis in Wien

11.02.2009 17:13 Uhr
AUA
Nach Untersuchung des AUA-Verkaufs an die Lufthansa sinken die Aktienkurse der Österreicher (Bild: AUA)
© Foto: AUA

Endgültige Entscheidung nicht vor Sommer 2009 erwartet

Brüssel/Wien. Die EU-Kommission hat Zweifel bei der geplanten Übernahme der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) durch die Deutsche Lufthansa. Deshalb sei eine förmliche Untersuchung eingeleitet worden, teilte die EU-Behörde am Mittwoch in Brüssel mit. Es sei unter anderem nicht klar, ob Lufthansa einen marktüblichen Preis für die österreichische Fluglinie bezahle. Zudem solle geprüft werden, ob der Sanierungsplan für die AUA mit EU-Regeln übereinstimme. Einen festen Zeitrahmen für die Untersuchung gibt es nicht. Mit einer endgültigen Entscheidung über den Verkauf wird in Wien bis zum Sommer gerechnet. Nach früheren Informationen stand die hochverschuldete Airline schon Ende 2008 kurz vor der Zahlungsunfähigkeit. Während Sprecher der AUA und der staatlichen Österreichischen Industrieholding AG (ÖIAG) in der Brüsseler Erklärung keine Hinweise auf eine akute Gefahr für den AUA-Verkauf an die Lufthansa sehen, warnten österreichische Analysten vor den möglichen Folgen eines Brüssler Neins zu dem im Dezember 2008 vereinbarten Verkauf der rot-weiß-roten Airline an die deutsche Kranich-Linie. Nach Bekanntwerden des Brüsseler Verfahrens fielen die Kurse der AUA-Aktie an der Wiener Börse um 2,75 Prozent auf 3,53 Euro. Die Lufthansa hatte Ende Dezember dem Kauf der mit rund einer Milliarde Euro verschuldeten AUA zugestimmt. Für den staatlichen Anteil von 41,6 Prozent will die Lufthansa zunächst einen symbolischen Preis von 366.000 Euro zahlen und rund die Hälfte der Schulden der AUA übernehmen. Die Wiener Regierung hat sich zur Übernahme der übrigen Schulden bereiterklärt. Darin sehen die ursprünglichen Mitbewerber, insbesondere die Air France/KLM-Gruppe, eine Bevorzugung der Lufthansa: Die Regierung hatte die Teilübernahme der Schulden erst nach Abschluss des Bieterverfahrens beschlossen, bei dem nur die deutsche Airline ein umfassendes Angebot abgegeben hatte. Sollte der Verkauf nicht genehmigt werden, wird in Österreich mit einer massiven Schrumpfung der AUA und damit voraussichtlich auch starkem Stellenabbau gerechnet. Die Gesellschaft beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter. (dpa)

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