Zeitungsverlage wollen nach Informationen des Wirtschaftsmagazins Wirtschaftswoche das Gemeinschaftsunternehmen "Zweite Deutsche Post" (2DP) gründen und in den lizenzierten deutschen Briefmarkt bis 200 Gramm einsteigen. Hinter dem Projekt stehen, wie bislang bekannt wurde, unter anderem die Würzburger Mainpost, Madsack ("Hannoversche Allgemeine"), die Magdeburger "Volksstimme" (Bauer-Verlag) sowie der Konstanzer "Südkurier" und die "Saarbrücker Zeitung". Wie die Verkehrs-Rundschau von einem Brancheninsider erfuhr, soll auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger Interesse an dem Projekt zeigen. Als geplantes Investitionsvolumen kursiert derzeit in der Branche die Summe von 500 Millionen Mark. Die Verlage wollen in Bereichen tätig werden, die der Gesetzgeber dem Fast-Monopolisten Deutsche Post AG (DP) reserviert hat: die Zustellung von Briefen unter 200 Gramm. Möglich ist dies mit der Lizenz D, die die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTp) in Bonn für "qualitativ höher wertige Dienstleistungen" vergibt, zum Beispiel für Abholung und schnellere Zustellung von Waren. Noch wird das geplante Postunternehmen von der Branche kritisch beäugt. Bemängelt wird etwa, dass es unter den beteiligten Verlagen derzeit offensichtlich kein Unternehmen gibt, das die bundesweite Koordination der Transporte realisieren könnte. Gleichzeitig wird spekuliert, dass bei der "Zweiten Deutschen Post" das Unternehmen Europost seine Finger im Spiel hat. Hinter Europost wiederum steht die Holländische Post, im internationalen Geschäft ein starker Wettbewerber der Deutschen Post. (vr/eh)
Briefmarkt: Zeitungsverlage wollen mit 500 Million Mark einsteigen
Gemeinschaftsunternehmen "Zweite Deutsche Post" plant die Zustellung von Briefen unter 200 Gramm zu übernehmen