BP erwartet Benzinpreisanstieg

05.05.2009 15:18 Uhr
Zapfhahn
Mineralölkonzern Deutsche BP erwartet im laufenden Jahr Preissteigerungen
© Foto: ddp

Mineralölkonzern rechnet 2009 mit Preissteigerung von etwa 10 Dollar pro Barrel Rohöl

Düsseldorf. Der Mineralölkonzern Deutsche BP erwartet im laufenden Jahr nur moderate Preissteigerungen an den Zapfsäulen. Der Rohölpreis werde sich nach jetziger Lage voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte von derzeit 40 bis 50 Dollar je Barrel (159 Liter) auf 50 bis 60 Dollar erhöhen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP AG, Uwe Franke, am Dienstag in Düsseldorf. Aufgrund des rapiden Preisverfalls in der zweiten Hälfte 2008 hatte die Deutsche BP die Vorräte deutlich niedriger bewerten müssen und einen Ergebniseinbruch im vergangenen Jahr von 658 Millionen auf 119 Millionen Euro verbucht. Der Konzernumsatz stieg zugleich von 41,9 Milliarden auf 42,5 Milliarden Euro. Das laufende Jahr soll noch schwieriger werden. „Das erste Quartal 2009 hat für uns eine schwarze Null gebracht“, berichtete Franke. Die Deutsche BP plant zur langfristigen Kostensenkung eine weitere Straffung des Tochterkonzerns. Ab 2010 sollen die knapp 90 europäischen Service-Center in Budapest (Ungarn) zusammengezogen werden. Dadurch sollen insgesamt 320 Stellen in Bochum (Hauptverwaltung), Hamburg und Mönchengladbach wegfallen. In Europa wären mehr als 1000 Stellen von der Verlagerung betroffen, sagte Franke. Der Deutsche-BP-Konzern beschäftigte Ende vergangenen Jahres rund 5510 Mitarbeiter, 195 weniger als ein Jahr zuvor. Bereits im Dezember hatte Franke neben Sachkosteneinsparungen in den Gelsenkirchener Raffinerien auch einen sozialverträglichen Stellenabbau im Umfang von 340 Stellen bis 2012 angekündigt. Für Restrukturierungen hat BP zulasten des Ergebnisses bereits Rückstellungen vorgenommen. Unberührt von Einsparungen bleibt der Ausbau des Tankstellennetzes. Die geplante Integration von rund 70 Tankstellen anderer Marken ins Aral-Netz sei fast abgeschlossen. 61 seien im ersten Quartal hinzugekommen. 13 stünden noch aus, sagte Franke. Derzeit verfügt BP über 2490 Aral-Tankstellen. Dabei erwartet BP einen rückläufigen Verbrauch. „Wir erwarten, dass der Kraftstoffkonsum 2009 bei weiterhin sinkendem Kraftstoffverbrauch und Fahrleistungen je PKW abnimmt“, sagte Franke. Gebremst werde der Rückgang beim Ottokraftstoff allerdings vorübergehend durch die Neuzulassungen aufgrund der Abwrackprämie. Die Entwicklung der Tochter im ersten Quartal verlief ähnlich schwierig wie die der britischen Konzernmutter, die Ende April ihre Zahlen vorlegte. In London hatte BP einen um 62 Prozent auf 2,39 Milliarden Dollar (1,84 Milliarden Euro) gesunkenen Gewinn für das erste Quartal ausgewiesen. 2008 hatte der BP-Konzern weltweit 361 Milliarden Dollar umgesetzt und 25,6 Milliarden Dollar Gewinn erzielt. Um noch profitabel arbeiten zu können, hatte Konzernchef Tony Hayward kürzlich einen Barrelpreis Medienberichten zufolge von mindestens 50 Dollar genannt und weitere Sparanstrengungen angekündigt. (dpa)

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