Boeing rechnet mit Wachstum der Luftfahrtindustrie

09.07.2008 16:42 Uhr
Boeing 290
Prognose: Verkauf von knapp 30.000 Maschinen bis 2027 (Bild: ddp)
© Foto: ddp

Der US-Flugzeugbauer sagt kräftiges Wachstum der Branche voraus – trotz der gestiegenen Treibstoffkosten

London. Der weltweite Luftverkehr wird nach Überzeugung des US-Flugzeugbauers Boeing in den nächsten 20 Jahren trotz hoher Treibstoffpreise robust um fünf Prozent jährlich wachsen, wobei China die USA überflügeln dürfte. Insgesamt könnten die Flugzeughersteller bis 2027 voraussichtlich rund 29.400 neue Passagier- und Frachtmaschinen verkaufen, heißt es in der am Mittwoch in London veröffentlichten Langzeitprognose von Boeing. Das entspreche einem Gesamtwert von etwa 3,2 Billionen Dollar (2,04 Billionen Euro), sagte Boeing-Vizepräsident Randy J. Tinseth vor Journalisten. Davon seien mehr als 30 Prozent bereits in Auftrag gegeben worden. Die Nachfrage werde sehr stark durch das Streben nach Ablösung älterer Maschinen durch umweltfreundlichere Flugzeuge mit geringerem Treibstoffverbrauch vorangetrieben. „Wir haben es in der kommerziellen Luftfahrt mit einer sehr dynamischen Situation zu tun“, betonte Tinseth. Das weitaus größte Wachstum der Luftfahrtindustrie sei in China, Indien und weiteren aufkommenden Märkten zu erwarten. 31 Prozent aller neuen Flugzeuge werden nach der Boeing-Prognose bis 2027 in Ländern des Asien-Pazifik-Raums ausgeliefert, während auf Nordamerika 29 Prozent entfallen. In Europa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sei mit 27 Prozent der Verkäufe zu rechnen. „Das Ergebnis ist eine geografisch viel stärker ausgeglichene Verteilung und ein langfristig stabiler Markt, der weniger anfällig für regionale Schwankungen der Nachfrage ist“, sagte Tinseth. Weltweit werden der Prognose zufolge 2027 in der Zivilluftfahrt insgesamt rund 35.800 Flugzeuge aller Hersteller im Einsatz sein - verglichen mit einer derzeitigen weltweiten Flotte von 19.000 Maschinen. Das größte Wachstum erwartet Boeing nicht im Bereich der Großraumflugzeuge mit mehr als 400 Sitzen. Für Maschinen wie die Boeing 747 und den Airbus A380 erwartet der US-Konzern eine Nachfrage nach insgesamt 980 Flugzeugen in einem Wertumfang von rund 290 Milliarden Dollar. Dagegen werde mit Verkäufen von 19.160 Flugzeugen mit einer Passagierkapazität von bis zu 240 Sitzen im Gesamtumfang von 1,36 Billionen Dollar sowie 6750 Flugzeugen mit bis zu 400 Sitzen für insgesamt 1,470 Billionen Dollar gerechnet. Der Verkauf von Regionaljets werde hingegen rückläufig sein. In diesem Bereich, „den Boeing nicht bedient, aber beobachtet“ sei weltweit bis 2027 mit einer Nachfrage nach 2510 Maschinen für rund 80 Milliarden Dollar zu rechnen. (dpa)

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