Everett. US-Flugzeughersteller Boeing hat den ersten Frachter B777 LRF (Long Range Freighter) im Montagewerk in Everett bei Seattle erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Zweistrahler kann 103 Tonnen über eine Distanz von 9045 Kilometer nonstop transportieren. Laut Listenpreis kostet die Maschine nach Boeing-Angaben – je nach Ausstattung – zwischen 246 Millionen und 254 Millionen US-Dollar (156 – 161 Millionen Euro). Gegenüber dem älteren Jumbo-Frachter B747-200F verbraucht die B777LRF 32 Prozent weniger Kerosin pro Tonnenkilometer. Damit ist der Großfrachter das sparsamste Cargoflugzeug des US-Anbieters. Nach einer Serie von Testflügen soll das Flugzeug noch diesen Herbst die amtliche Zulassung durch die Luftfahrtbehörden erhalten. Insgesamt ist für das laufende Jahr die Produktion von acht B777LRF geplant. Wie Boeing-Vertreter versicherten, wird die erste Maschine pünktlich zu Beginn des Winterflugplans an den Erstkunden Air France Cargo ausgeliefert, der fünf B777LRF gekauft hat. Insgesamt liegen derzeit 78 Bestellungen von 11 Fluggesellschaften und Leasingunternehmen für den Frachter vor. So auch von der Deutschen Verkehrs Bank (DVB), die acht B777 geordert hat. Diese werden künftig von AeroLogic betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen von DHL und Lufthansa Cargo. Wie Boeing in Everett weiter ankündigte, wird auch der B747-8-Frachter zeitgerecht fertig gestellt. Erstkunde des Flugzeugs ist die Frachtfluggesellschaft Cargolux. Sie soll die erste B747-8F im 4. Quartal 2009 erhalten. (hs)
Boeing präsentiert B777-Frachter
Sparsamster Frachtflieger des US-Herstellers: B777 LRF verbraucht knapp ein Drittel weniger Kerosin als Vorgängermodell