Berlin. Die CSU verlangt Aufklärung über die Beratertätigkeit des früheren Bundesverkehrsministers Kurt Bodewig für das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG. "Die Nebentätigkeit von Herrn Bodewig ist bedenklich", sagte der CSU-Haushaltsexperte Bartholomäus Kalb. KPMG sei für bundeseigene Firmen tätig, eine Tochterfirma habe Beratungsaufträge vom Bund erhalten. Kalb hält auch eine Verquickung mit dem Mautbetreiberkonsortium Toll Collect für möglich. Bodewig hatte den Mautvertrag mit Toll Collect zwei Tage vor der Bundestagswahl 2002 unterzeichnet. Dem Konsortium gehören auch Großkunden von KPMG wie DaimlerChrysler an. Es gehe nicht an, dass durch ein Ministeramt erlangtes Insiderwissen zu Geld gemacht werde, betonte Kalb. Bodewig wies die Vorwürfe als "unverschämt" zurück. Ein Zusammenhang mit dem Mautvertrag sei "absurd". (vr/jök.)
Bodewig wegen Nebenjob unter Druck
Ehemaliger Verkehrsminister weist Vorwürfe der Verquickung von politischem Amt mit wirtschaftlichen Interessen zurück