Berlin. Der überraschende Vorstoß des CDU-Verkehrsexperten Dirk Fischer, unrentable Nebenstrecken der Bahn stillzulegen, ist auf breiten Widerspruch gestoßen. In einem Schreiben hatte der Bundestagsabgeordnete angekündigt, im Falle eines Wahlsieges der Union würden zahlreiche Nebenstrecken für den Personen- und Güterverkehr aufgegeben. Aus finanziellen Gründen müsse man "Abkehr von lieb gewordenen Traditionen" nehmen. Die Investitionen sollten auf Strecken konzentriert werden, die ein "besonders gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufwiesen". Bahnchef Hartmut Mehdorn sprach von einer "traurigen Debatte". Fischer betreibe "Populismus auf Kosten der Bahn". Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig beschuldigte die Union, eine "aktive Verunsicherung der Bahn und ihrer Kunden sowie eine konzeptionslose Verkehrspolitik" zu betreiben. "CDU/CSU schaffen die Schiene im ländlichen Raum ab", sagte der SPD-Politiker. Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) nannte die Ansicht seines Parteifreundes eine Einzelmeinung. "Natürlich denkt die Union nicht daran, sich mit der Schiene aus der Fläche zurückzuziehen". Fischer bezeichnete die Vorwürfe als "hektische Überreaktion" sowie "wahlkampfverursachte Fehlinterpretation", die nicht "dem Sinn und dem Geist des Gesagten" entspreche. (vr/jök)
Bodewig und Mehdorn kritisieren Bahn-Pläne in der Union
CDU-Verkehrsexperte kündigt Stilllegung unrentabler Nebenstrecken an