Massive Benachteiligung gegenüber der Bahn werfen die deutschen Binnenschiffer der Bundesregierung vor. Während der Bund in diesem Jahr 8,7 Milliarden Mark in die Bahn investieren wolle, stünden für die Binnenschifffahrt lediglich 1,2 Milliarden Mark zur Verfügung, sagte Gerhard von Haus, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt beim Forum Binnenschifffahrt 2001 in Mannheim. "Wir bedauern, dass die Bahn jetzt einseitig gefördert wird." Von Haus beklagte außerdem Wettbewerbsverzerrungen in der Konkurrenz mit niederländischen Schiffen wegen höherer Steuern und Abgaben in Deutschland. Der Betrieb eines deutschen Binnenschiffs sei pro Jahr zwischen 50.000 und 100.000 Mark teurer als der eines niederländischen Schiffs. Die insgesamt 2800 deutschen Binnenschiffe hätten in der Bundesrepublik nur noch einen Marktanteil von knapp unter 40 Prozent, sagte von Haus. Das gegenwärtige Investitionsvolumen des Bundes reiche nicht aus, um den "drohenden Substanzverlust" auf den deutschen Wasserstraßen aufzuhalten. "An Neckar und Mosel benötigen wir dringend neue Schleusen," sagte von Haus. Besser sei die Lage allerdings auf dem Rhein. (vr/dpa)
Binnenschiffer fühlen sich benachteiligt
Kritik an Förderung der Bahn durch den Bund