Den Haag/Niederlande. Die niederländische Königin Beatrix hat am Samstag eine neue Eisenbahnverbindung für den Güterverkehr von und nach Deutschland eröffnet. Die sogenannte Betuweroute führt vom Rotterdamer Hafen bis nach Zevenaar an der deutschen Grenze. Sie soll vor allem die Verbindung ins Ruhrgebiet und weiter nach Südeuropa verbessern, doch müssen auf deutscher Seite noch Anpassungen erfolgen. In Barendrecht bei Rotterdam setzte die Königin symbolisch die Oberleitung unter Strom. Doch weil die Elektrifizierung noch getestet werden muss, können zunächst nur Dieselloks auf der 160 Kilometer langen Strecke fahren. In einigen Jahren soll die 4,7 Milliarden Euro teure Verbindung eine Kapazität von 150 Zügen täglich erreichen. Während zahlreiche Experten dafür kaum Bedarf sehen, wertete der Direktor der Rotterdamer Hafenbetriebe, Hans Smits, die Betuweroute als Voraussetzung für weiteres Wachstum des drittgrößten Hafens der Welt. Die Bahnstrecke soll Teil eines europäischen Netzes werden, das bis nach Italien reicht und mit neuen Techniken ausgerüstet wird. Der niederländische Verkehrsminister Camiel Eurlings sagte zur Eröffnung, eigentlich müsse die Strecke „Europaroute“ heißen. Ihren Namen hat die Verbindung von dem Naturgebiet Betuwe, das sie durchschneidet. Gegen den Bau hatte es heftigen Widerstand gegeben, weil Häuser und Natur dafür weichen mussten. Demonstranten versuchten auch am Samstag, den Start zu verhindern. Der regelmäßige Verkehr soll heute beginnen. (dpa/sb)
Betuweroute offiziell eingeweiht
Freie Fahrt auf neuer Güterstrecke von Rotterdam nach Deutschland