Berlin. Bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag hat es am Mittwoch große Zustimmung zum Bau einer festen Fehmarnbelt-Querung gegeben. Insbesondere Vertreter des norddeutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein sprachen von einem „Schlüsselprojekt“. Der schleswig-holsteinische Wirtschafts- und Verkehrsminister Jörn Biel lobte nach Angaben des Bundestags-Pressedienstes bei der Anhörung im Verkehrsausschuss das Vorhaben. Er sprach von einer „historischen Dimension“. Angesichts des stark ansteigenden Verkehrs reichen nach Biels Worten die vorhandenen Verkehrsverbindungen nicht mehr aus. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 und der Ost-Erweiterung der EU habe sich Schleswig-Holstein zu einer Drehscheibe im Verkehr zwischen Skandinavien, den Ballungszentren in Westeuropa und den Staaten der östlichen Ostsee entwickelt. Mit der festen Querung des Fehmarnbelt würden Skandinavien und Kontinental-Europa auf der geografisch kürzesten Verbindung, der Vogelflug-Linie, optimal miteinander verbunden. Auch der Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Bernd Jorkisch, verwies auf den zunehmenden Verkehr. Er erwartet laut „Heute im Bundestag“ von einer festen Querung positive wirtschaftliche Effekte für ganz Nordeuropa. Es sei aber erforderlich, parallel zum Bau der Querung die Eisenbahnstrecke beiderseits des Belt möglichst auf mehr als die geplanten 160 Stundenkilometer zu erhöhen. Auch sollte die Bahnstrecke unbedingt langfristig zweigleisig ausgebaut werden. NABU: Ökologische Folgen unabsehbar Nach Angaben des Bundestags-Pressedienstes sprach sich allerdings Malte Siegert vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) gegen das Projekt aus. Die ökologischen Folgen seien unabsehbar, der volkswirtschaftliche Nutzen negativ. Die geplante Finanzierung sei fragwürdig. Der Bundestag muss den Staatsvertrag vom 3. September 2008 zwischen Deutschland und Dänemark zum Bau der Fehmarnbelt-Querung noch endgültig ratifizieren. Eine Mehrheit gilt als sicher. Der Bundesrat hatte in einer ersten Befassung mit dem Projekt keine Einwände vorgebracht. Sie soll die deutsche Ostsee-Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden und die Fahrzeit von Kopenhagen nach Hamburg um eine Stunde verkürzen. Das dänische Parlament hat die Querung bereits am 26. März endgültig gebilligt. Dänemark will die Kosten von etwa 4,4 Milliarden Euro für den Bau einer 19 Kilometer langen festen Verbindung alleine tragen. Sie sollen durch Mautgebühren finanziert werden. Als sehr wahrscheinlich gilt der Bau einer Schrägseilbrücke bis zum Jahr 2011. Vor Baubeginn soll aber auch noch als Alternative die Schaffung eines Tunnels untersucht werden. (dpa)
Berlin: Große Zustimmung zu Fehmarnbelt-Querung
Bei einer Anhörung im Bundestag sprachen sich insbesondere Vertreter aus Schleswig-Holstein für eine feste Querung aus.