Brüssel. In Belgien sorgt die geplante Einführung einer KFZ-Kilometergebühr für heftige Debatten. Laut Verkehrs-Staatssekretär Etienne Schouppe soll sie in spätestens drei Jahren für schwere Lastwagen, später auch für Güter- und Personenfahrzeuge aller Gewichtsklassen inklusive privater PKW gelten. Schouppe sagte, es soll ein entfernungsabhängiges satellitengestütztes Mautsystem geben. Derzeit werden in Belgien zeitbezogene Eurovignette-Gebühren für Laster von über 12 Tonnen erhoben. Vorbild für Schouppe sind niederländische Pläne, wonach keine KFZ-Steuern, sondern vorerst drei Cent und ab 2018 6,7 Cent pro Fahrkilometer zu zahlen wären. Ähnliche Vorstöße liefen bisher ins Leere, da Mobilitätsfragen in Belgien durch die Regionalregierungen entschieden werden. Sie hatten das Projekt einer einheitlichen Autobahn-Vignette im Visier, das aber am damaligen flämischen Ministerpräsidenten Yves Leterme scheiterte. Seither geht jede Region eigenen Ambitionen nach: Die Flamen lehnen eine PKW-Maut als „asozial“ ab und denken über eine LKW-Vignette nach. Die Wallonen hätten gern beides und das Brüsseler Kabinett untersucht Möglichkeiten einer Citymaut. (dw)
Belgien plant Kilometermaut
In Belgien sorgt die geplante Einführung einer KFZ-Kilometergebühr für heftige Debatten