Brüssel. Belgien wird frühestens 2007 eine Mautvignette für alle in- und ausländischen Fahrzeuge einführen. Darauf verständigten sich die Regierungen der Regionen Flandern, Wallonie und Brüssel, nachdem ein Vorstoß des wallonischen Finanzministers Michel Daerden für Proteste sorgte. Daerden hatte erklärt, ab 1. Januar 2006 müssten alle Fahrzeuge auf wallonischen Autobahnen und Nationalstraßen 25 Euro Wegekosten zu ihrem Unterhalt entrichten. Das Fuhrgewerbe befürchtete, die LKW-Eurovignette würde in drei Regionalvignetten gesplittet. Der Chef der parlamentarischen Opposition, Serge Kubla, sprach von einer „Provokation für alle Transportunternehmer“ zu einer Zeit explodierender Dieselpreise. Brüssels Ministerpräsident Charles Picqué nannte den Plan „absurd“ und Flanderns Verkehrsministerin Kathleen Van Brempt verurteilte ihn als „Unsinn“. Viele Fernstraßen wie die E 40 von Aachen über Brüssel zur Nordsee liefen durch alle Regionen und isolierte wallonische Mautabschnitte würden zu Irritationen führen. Der wallonische Regierungschef Jean-Claude Van Cauwenberghe rügte den Alleingang seines Finanzministers und stellte klar, dass eine Vignette nur im Rahmen des Föderalstaats machbar sei. (dw)
Belgien: Einigung auf Mautpflicht ab 2007
Regionen wollen gemeinsame Straßenmaut: Wallonischer Alleingang ist vorerst abgewendet