Berlin. Auf seiner Sitzung am 15. Juni 2004 hat sich der Beirat der Deutschen Bahn AG, ein Expertengremium aus Wissenschaft und Wirtschaft, ausführlich mit dem geplanten Börsengang des DB-Konzerns befasst. Dabei gab es eine intensive Diskussion mit dem DB-Vorstand, Vertretern des Bundes als Eigentümer sowie der Investment-bank Morgan Stanley, die im Auftrag der Bundesregierung ein Gutachten zu Fragen der Kapitalmarktfähigkeit des DB-Konzerns erstellt hatte. Laut einer Mitteilung der Deutschen Bahn AG ist der BahnBeirat dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen: + Der BahnBeirat empfiehlt, das Ziel der materiellen Privatisierung der DB AG im Jahre 2006 zu verwirklichen und umgehend den Prozess der Vorbereitung des Börsengangs fortzusetzen. + Der Börsengang erlaubt es dem DB-Konzern, seine Strategie eines global tätigen Mobilitäts- und Logistik-Unternehmens zu verwirklichen. Ohne diesen Schritt sind die Chancen aus der Liberalisierung des Schienenverkehrs in Deutschland und aus der konsequenten Öffnung der Bahnmärkte in Europa nicht zu realisieren. + Der Börsengang des DB-Konzerns ist geboten, um seine Ausstattung mit Eigenkapital zu verbessern und die notwendigen Mittel zur Finanzierung der geplanten Erweiterungsinvestitionen beschaffen zu können. Aus diesen Gründen verdient der Gang an die Börse auch keinen Aufschub. + Der BahnBeirat hält es auf Grund des bisher erfolgreichen Restrukturierungsprozesses und der mittelfristigen Planung der Bahn bei Würdigung aller darin enthaltenen Risiken für möglich, die operativen und finanziellen Voraussetzungen für den Börsengang des DB-Konzerns zu schaffen. + Der BahnBeirat empfiehlt, die Deutsche Bahn AG als integrierten Konzern an die Börse zu bringen und unterstützt die diesbezüg-lichen Beschlüsse von Vorstand und Aufsichtsrat der DB AG. + Das Vertrauen potentieller privater Anleger in die Berichterstattung des DB-Konzerns ist nach dem Urteil des BahnBeirats gerechtfertigt. Diese Ansicht vertritt auch das Gutachten von Morgan Stanley. + Zuverlässige Vereinbarungen zwischen dem Bund und dem DB--Konzern über die Infrastrukturfinanzierung sind Voraussetzung für einen erfolgreichen Börsengang. Sie müssen gewährleisten, dass die Bahn nach kaufmännischem Urteil nur rentable Infra-strukturinvestitionen durchführt. + Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern über die Regionalisierungsmittel erleichtern nach Ansicht des BahnBeirats den Börsengang des DB-Konzerns. Mit solchen Vereinbarungen ist nicht über die Verwendung der Mittel zu Gunsten der DB AG entschieden. Es bleibt Wettbewerb bestehen. + Die Ausgabe von Aktien an die Mitarbeiter des DB-Konzerns und ihre vollständige Zeichnung wären Signale für das Vertrauen der Mitarbeiter in den weiteren Erfolg ihres Unternehmens. Das könnte, so gesehen, den Börsengang der Bahn erleichtern.
BahnBeirat empfiehlt Börsengang des DB-Konzerns bis 2006
Der aus Wissenschaftlern und Experten bestehende Beirat der Deutschen Bahn AG empfiehlt, die DB AG im Jahre 2006 an die Börse zu bringen und umgehend die Vorbereitungen fortzusetzen.