Berlin. Die Deutsche Bahn will den laufenden Lokführerstreik vor Gericht mit einer einstweiligen Verfügung vorzeitig stoppen. Ein entsprechender Antrag wurde beim Arbeitsgericht Frankfurt/Main gestellt, wie das Unternehmen mitteilte. Das Frankfurter Arbeitsgericht will noch am Donnerstag darüber entscheiden, ob der Lokführerstreik bei der Deutschen Bahn untersagt werden kann. Über den Antrag des Unternehmens auf eine einstweilige Verfügung solle um 16.30 Uhr mündlich verhandelt werden, teilte das Gericht mit.
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte das Angebot zu einer Schlichtung abgelehnt. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte die Bahn am Mittwoch aufgefordert, gegen den Streik vor Gericht zu ziehen: „Eine Klage wegen Unverhältnismäßigkeit des Streiks ist im Interesse der Bahnkunden, der Beschäftigten und der Aufrechterhaltung der Güterversorgung in Deutschland geboten“, sagte der Ressortchef.
Die Bahn verweist in ihrem Antrag auf die zentralen Feierlichkeiten in Berlin zum 25. Jahrestag des Mauerfalls an diesem Sonntag. Zudem treffe der Streik zahlreiche Urlauber, die zum Ende der Herbstferien in Niedersachsen und Bremen ihre Heimreise antreten wollten. Der bundeseigene Konzern hatte sich zuvor skeptisch geäußert, was die Erfolgsaussichten rechtlicher Schritte angeht. (dpa)