Die Deutsche Bahn will rund 9000 Kilometer Nebenstrecken aus dem Unternehmen ausgliedern. Bahnmitarbeiter sollen künftig bundesweit 37 regionale Eisenbahnnetze in eigener Regie wie eine Privatbahn betreiben, kündigte Bahnchef Hartmut Mehdorn an. Auch für den Güterverkehr ist die Gründung kleiner Bahngesellschaften geplant, die aber später als die 37 Regionalnetze in Angriff genommen werden sollen. Auf Anfrage sagte DB Cargo-Sprecherin Sabine Großkopf am Dienstag, für präzise zeitliche Angaben sei es derzeit noch zu früh. Zunächst werde geprüft, welche Verkehre "gefährdet" seien. Das Konzept sieht vor, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig aushelfen und Züge, Gleise und den Fahrplan selbst verwalten. Reparaturen könnten an Handwerker vor Ort vergeben und die Züge auch außerhalb des Bahnkonzerns gewartet werden. Die ausgegliederten Netze blieben zwar unter dem Dach des Bahnkonzerns, müssten aber eigenständig wirtschaften, sagte Mehdorn. Die Kosten sollen dadurch bis zu 30 Prozent sinken. Mehdorn betonte, er werde die Haushaltsplanung des Konzerns für die Zeit bis 2005 nicht ohne schriftliche Zusagen des Bundes vorlegen. "Die Zusage, dass der Bund der Bahn mehr Geld gibt, brauche ich schwarz auf weiß". Ein Fehler der Vergangenheit sei gewesen, dass die Bahn einen Plan verabschiedet habe und dann aber aus irgendwelchen Gründen die Mittel nicht bekommen habe. (jök)
Bahn will Güterverkehr auf Nebenstrecken ausgliedern
Auch im Güterverkehr will die Bahn auf private Gesellschaften setzen