London/Berlin. Die Deutsche Bahn macht mit der angestrebten milliardenschweren Übernahme des britischen Transportanbieters Arriva ernst. Der bundeseigene Konzern hat angekündigt, 775 Pence pro Aktie zahlen zu wollen, wie Arriva am Montag mitteilte. Dies entspräche bei rund 199 Millionen Aktien einem Kaufpreis von 1,54 Milliarden Pfund (1,75 Milliarden Euro). Das britische Unternehmen, das in zwölf Ländern mit Bussen und Bahnen präsent ist, hat außerdem knapp eine Milliarde Pfund Schulden. Voraussetzungen eines Angebots sind demnach unter anderem noch eine vollständige Buchprüfung und die Zustimmung des Bahn-Aufsichtsrats. Die Kontrolleure kommen dafür an diesem Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammen, wie es in Kreisen des Gremiums hieß. Über die Bedingungen des möglichen Bar-Angebots der Bahn liefen "fortgeschrittene Gespräche", hieß es in der Mitteilung weiter. Der deutsche Konzern hatte Mitte März bekanntgegeben, mit Arriva über eine Übernahme zu sprechen. Bahnchef Rüdiger Grube hat mehrfach betont, die Bahn werde sich im europäischen Wettbewerb "nicht die Butter vom Brot nehmen lassen". Arriva mit Sitz im englischen Sunderland hat 44 000 Beschäftigte und betreibt auch in Deutschland über regionale Gesellschaften mehrere Netze für Nahverkehrszüge. Der börsennotierte Arriva- Mutterkonzern kommt nach Daten für 2008 auf einen Jahresumsatz von gut drei Milliarden Pfund (rund 3,3 Milliarden Euro) und erzielte einen Vorsteuergewinn von 150 Millionen Pfund. (dpa)
Bahn vor Milliarden-Angebot für Arriva
Bahn will Arriva für 1,75 Milliarden Euro kaufen / Bahn-Aufsichtsrat entscheidet am Mittwoch über die Übernahme