Stuttgart. Die Deutsche Bahn (DB) will in den nächsten fünf Jahren nach einem Zeitungsbericht lediglich zwei Millionen Euro an eigenen Mitteln für das Schienennetz im Südwesten aufwenden. Drei wichtige Bauvorhaben werden nach Informationen „Stuttgarter Nachrichten“ deswegen zurückgestellt und erst mit mehreren Jahren Verzögerung begonnen. Dies geht aus internen Unterlagen der DB AG hervor, auf die sich die Zeitung beruft. Die Fertigstellung der Neubaustrecke Karlsruhe-Basel wird sich dem Bericht zufolge um mehrere Jahre verzögern. Bis auf den Bau des Katzenbergtunnels bei Freiburg soll auf dieser Strecke bis 2011 nichts mehr in Angriff genommen werden. Damit sei die Zusage, Karlsruhe-Basel bis 2016 fertig zu stellen, nicht zu halten. Bahnexperten halten es nunmehr allenfalls für realistisch, dass der viergleisige Ausbau zwischen Karlsruhe und Basel frühestens 2025 in Betrieb gehen kann. Die Verzögerung ist dem Bericht zufolge problematisch, weil der Gotthard-Tunnel auf Schweizer Seite spätestens 2020 fertig sein soll und sich Deutschland in einem Staatsvertrag mit der Schweiz zum Ausbau der Zulaufstrecken bis zu diesem Termin verpflichtet hat. Der DB-Konzernbeauftragte für Baden-Württemberg, Werner Klingberg, sagt allerdings, dass die Rheintalstrecke rechtzeitig bis zur Eröffnung des Gotthard-Tunnels ausgebaut sei. Zurückgestellt werde zudem der Neubau der Strecke Wendlingen-Ulm. Damit soll nun frühestens 2011 begonnen werden. Diese Verzögerung könne auch Folgen für Stuttgart 21 haben. Indem die Bahn nicht vor 2011 mit dem Bau der Neubaustrecke beginnen wolle, sei ein Baubeginn bei Stuttgart 21 im Jahr 2009 fraglich geworden. Bisher galt 2009 als frühest mögliches Datum für den Beginn von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke. Unter der Investitionszurückhaltung leidet zudem der weitere Aus- und Umbau der Strecke München-Lindau auf Neigetechnik. Auch dieses Projekt soll nun frühestens 2011 begonnen werden. Die Deutsche Bahn AG demetierte die Vorwürfe. Das Unternehmen wolle in den kommenden fünf Jahren nach eigenen Angaben keine zentralen Vorhaben zurückstellen. Mehr als zwei Milliarden Euro aus Bundes-, Landes- und Bahnkassen sollen in das baden-württembergische Schienennetz fließen, bekräftigte ein Bahnsprecher am Donnerstag in Frankfurt. Die genaue Summe der Eigenmittel konnte er allerdings nicht beziffern. (dpa/tz)
Bahn stellt drei zentrale Projekte im Südwesten bis 2011 zurück
DB will in den kommenden fünf Jahren zwei Millionen Euro an eigenen Mitteln für das Schienennetz in Baden-Württemberg aufwenden