Berlin. Der frühere Bundeswirtschaftsminister Werner Müller soll neuer Aufsichtsratschef der Deutschen Bahn werden. Dies wurde aus dem Kontrollgremium des bundeseigenen Verkehrskonzerns bestätigt. Seit seinem Ausstieg aus der Politik ist Müller Vorstandsvorsitzender des Energiekonzerns RAG. Bei der Bahn soll der 59-Jährige die Nachfolge von Michael Frenzel antreten. Der Chef des Reisekonzerns Tui hatte nach einem Streit um den Verkauf einer Tui-Tochter an die Bahn-Konkurrenz auf eine neue Kandidatur verzichtet. Müller sei von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Aufsichtsrat sowie von Vorstandschef Hartmut Mehdorn zur Kandidatur bei der Wahl aufgefordert worden, hieß es aus Kreisen des Bahnvorstands. Müller habe zugesagt und werde als einziger Kandidat antreten. Müller gehört dem Aufsichtsrat auf Vorschlag des Bundesregierung bereits als einfaches Mitglied an. Von 1998 bis 2002 saß er als parteiloser Wirtschaftsminister im Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Im Umfeld des Aufsichtsrats wurde die Hoffnung geäußert, dass der Ex-Minister auch für eine CDU-geführte Bundesregierung akzeptabel wäre. Von der Opposition kam jedoch Kritik. „Es wäre besser gewesen, den Ausgang der Bundestagswahl abzuwarten“, sagte der CDU-Verkehrsexperte Dirk Fischer der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist eine reine SPD-Wunschbesetzung.“ Das Verkehrsministerium wollte die Personalie zunächst nicht bestätigen. Müller werde für die „geeignete Person“ gehalten, sagte eine Sprecherin in Berlin. Entscheiden müssten aber die Gremien. Die Wahl des neuen Aufsichtsratsvorsitzenden soll am morgigen Dienstag stattfinden. Zuvor müssen Vorstand und alter Aufsichtsrats auf der Hauptversammlung des Unternehmens noch entlastet werden. (dpa/sb)
Bahn: Müller soll neuer Aufsichtsratschef werden
Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Werner Müller soll die Nachfolge von Michael Frenzel antreten