Der Deutschen Bahn drohen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums in den nächsten drei Jahren Verluste von jährlich 800 Millionen bis 1,2 Milliarden Mark. Mit Gewinnen sei erst wieder ab 2004 rechnen. Im schlimmsten Fall gehe es um Planabweichungen von bis zu 17 Milliarden Mark, sagte Klimmt in der ARD. Der für 2004 geplante Börsengang der Bahn sei damit "vom Tisch". Bisher hatte die Bahn für die kommenden vier Jahre Gewinne von insgesamt 10 Milliarden Mark geplant. Verkehrsministerium und Kanzleramt erwägen laut Zeitungsberichten Minderheitsbeteiligungen an ausländischen Beteiligungen zu verkaufen um so neues Kapital zu beschaffen. Bahnchef Hartmut Mehdorn verlangte weitere finanzielle Unterstützung des Bundes. Für die Sanierungsaufgaben werde erheblich mehr Geld benötigt, als die aus der Versteigerung von UMTS-Lizenzen zur Verfügung gestellten zwei Milliarden Mark pro Jahr. In der Vergangenheit hätten Bahn-Manager dringend notwendige Investitionen zur Modernisierung der Bahn unterlassen, heißt in einer der Bahn vorliegenden Analyse. Nach dem Verkehrsbericht, der am kommenden Mittwoch im Kabinett vorgestellt werden soll, ist die Bahn derzeit nicht in der Lage, mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern. Sollten zusätzliche Investitionen ausbleiben, werde der Anteil der Bahn am Gütertransport bis 2015 von 19,6 auf 16,3 Prozent sinken.
Bahn droht neues Milliardenloch
Im Gütertransport droht die Schiene weiter Anteile an die Straße zu verlieren