Köln. Nachdem bis Herbst 2008 in Teilen Deutschland bereits ein Fachkräftemangel im Logistikmarkt herrschte, hat die Wirtschaftskrise für ein Überangebot an Arbeitskräften gesorgt. Dies geht aus einem Anfang der Woche vorgestellten Bericht des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG) zu den Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik hervor. Laut BAG versuchen die Logistikunternehmen derzeit ihr kaufmännisches Personal zu halten, so seien trotz Krise keine Entlassungswellen bei Speditionen zu verzeichnen. Dagegen sieht die Lage für LKW-Fahrer weiterhin schlecht aus. Im Juni waren rund 118.000 LKW-Fahrer arbeitslos gemeldet, gut ein Drittel mehr als noch im Oktober 2008. Ein noch höherer Anstieg der Zahlen sei durch die neuen Regeln für Kurzarbeit verhindert worden. Trotz dieser Zahlen mahnt das BAG zu mehr Initiative bei der Nachwuchsausbildung. Gerade kleine und Kleinstunternehmen bilden kaum Personal aus und vertrauen auf ein ausreichendes Angebot an Arbeitskräften vom Arbeitsmarkt. Beim nächsten Aufschwung, wenn wieder Fachkräftemangel herrscht, kann diese Einstellung verherrende Folgen haben. „Im Wettbewerb um die besten Fahrer muss sich das einzelne Unternehmen nicht nur mit nationalen und internationalen Wettbewerbern vergleichen lassen, sondern auch mit Unternehmen aus anderen Branchen“, heißt es im BAG-Bericht. Deshalb sei es wichtig die Arbeitsbedingungen gerade für Fahrer zu verbessern. (sb)
BAG: Krise sorgt für Überangebot an Arbeitskräften
Studie der Arbeitsbedingungen in Güterverkehr und Logistik: Bundesamt für Güterverkehr ermahnt Unternehmen mehr selbst auszubilden