Bad Bentheim. Die niedersächsische Grenzstadt Bad Bentheim möchte vom wachsenden Güterverkehr aus den Niederlanden profitieren, und nicht bloß unter Bahnlärm leiden. Es dürfe nicht sein, dass die Züge nur an seiner Stadt vorbeifahren, sagte der Bad Bentheimer Bürgermeister Volker Pannen (SPD) im Gespräch mit der „Deutschen Presse-Agentur“. „Es sollte die Möglichkeit bestehen, dass der Transitverkehr in Richtung Osteuropa und Skandinavien hier von der Straße auf die Schiene wechselt.“ Auch für das Gewerbe der Region wäre es wünschenswert, einen eigenen Anschluss zu haben. Pannen fordert daher ein Güterverkehrszentrum. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssten in den kommenden Jahren mit einer erheblichen Ausweitung des Bahngüterverkehrs aus den Niederlanden rechnen, sagte Pannen. „Die Niederländer wollen bis 2020 bis zu viermal so viele Güterzüge über die Grenze schicken als bislang.“ Derzeit fahren 20 Güterzüge pro Tag über die Strecke Oldenzaal-Bad Bentheim-Rheine. Laut den Planungen aus dem Nachbarland könnten es bis zu 80 Züge werden. Und wenn der Rotterdamer Hafen erweitert werde, seien sogar 160 Güterzüge am Tag denkbar. „Wir müssen uns hier darauf einstellen“, forderte Pannen mit Blick auf die Verkehrspolitik des Bundes und der Länder. Aus seiner Sicht sei es zwar erfreulich, wenn Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werde. „Es darf aber nicht dazu kommen, dass der Personenverkehr verdrängt wird“, sagte Pannen. Nicht zuletzt sei ein Ausbau der Schienentrasse notwendig. Die alte Verbindung aus den Niederlanden in Richtung Niedersachsen und Westfalen sei 150 Jahre alt, die Trasse laufe in Bad Bentheim oder auch Osnabrück mitten durch die Städte, was bei der starken Zunahme des Verkehrs Sicherheitsprobleme aufwerfe. „Wir fordern ein zusätzliches Gleis“, sagte Pannen. Darin sei er sich mit Politikern aus der niederländischen Nachbarstadt Oldenzaal einig. (dpa)
Bad Bentheim will vom Transitverkehr profitieren
Die niedersächsische Grenzstadt fordert ein Güterverkehrszentrum als Umschlagspunkt für Containerverkehre von den Westhäfen