Der vom französischen Transportminister Jean-Claude Gayssot im Januar angekündigte Multimodal-Pol im Bereich des Alpenverkehrs nimmt Gestalt an. Mit ihm sollten die diversen Politiken in diesem Sektor zugunsten einer besseren Lastenverteilung zwischen Straße und Bahn koordiniert werden, erklärte nach einer Meldung der Pariser Les Echos Gilbert Santel, Chef des Autobahnbetreibers Area (Autoroutes Rhônes-Alpes); er steht nunmehr auch den beiden Unternehmen vor, die auf französischer Seite die Alpentunnel am Montblanc und bei Fréjus betreiben, also der ATMB und SFTRF. Im Dezember werden die drei von dem Zusammenschluss betroffenen Aufsichtsräte über die zukünftige Rechtsform der vorgesehenen Gesamtfirma entscheiden. Gedacht werde entweder an die Bildung einer Holding oder die Einsetzung von Area als Mutterunternehmen, hieß es. Die Kapitalmehrheit solle aber in jedem Fall bei der in Vorbereitung befindlichen neuen öffentlichen nationalen Instanz für den alpinen Transport liegen; ihr werden als weitere Aktionäre der Autobahnbetreiber SAPRR (Autoroutes Paris-Rhin-Rhône) und die entsprechenden lokalen Behörden angehören. Ziel der Neuorganisation ist die Finanzierung der weiteren Entwicklung des Alpentransits auf dem Schienenwege, wofür die Überschüsse aus den Autobahn-Mautgebühren verwendet werden sollen. Hierzu gehört als erstes die Förderung der geplanten RoLa-Linie zwischen Aiton (Savoie) und Italien, deren Inbetriebnahme bis Ende 2002 beziehungsweise Anfang 2003 vorgesehen ist. Die von Area bewirtschafteten Autobahnabschnitte werden zur Zeit pro Jahr von 568,4 Millionen Lkw genutzt; auf den Montblanc-Tunnel entfielen vor dem Brandunglück 55,8 Millionen und auf den Fréjus-Tunnel kommen seither 90,4 Millionen. (vr/jb)
Autobahn- und Tunnelbetreiber unter einem Dach
Bessere Koordinaton der Lastenverteilung zwischen Straße und Bahn durch Multimodal-Pol