Wer an den Namen WMF denkt, der denkt automatisch an Bestecke, Kaffeemaschinen und Kochtöpfe. Doch bevor die praktischen Küchenhelfer in den Einzelhandel kommen, nehmen sie nahezu alle ihren Weg über das Lager- und Warenverteilzentrum der WMF in Geislingen. Das dreigeschossige Zentrallager für die weltweite Direkt-Belieferung von End- und Großkunden sowie von Tochtergesellschaften, dessen Anlagenkonzept noch aus den 70er Jahren stammte, war allerdings in die Jahre gekommen. Denn bereits seit 25 Jahren tat die Altanlage ihren Dienst. "Einzelne Ersatzteile für die alte Anlage konnten wir gar nicht mehr bestellen", sagt Jürgen Vedie, Leiter der Zentralen Warenwirtschaft bei WMF. Mehr und mehr wuchs auf das Unternehmen der Modernisierungsdruck. "Die Auftragsstruktur hat einfach nicht mehr zur alten Anlage gepasst. Früher haben wir mehr große Sendungen ausgeliefert, heute sind es viele kleine", erklärt Vedie die näheren Gründe. Der Kunde bestelle deswegen geringere Mengen, dafür aber öfter. Im Jahr 2002 vergab WMF den Auftrag, ab 2003 das LWZ in Geislingen zu planen und komplett zu sanieren an den Intralogistik-Anbieter Viastore Systems. Die größte Herausforderung: Gleichzeitig mit der Modernisierung sollte ein Wechsel von der alten, artikelorientierten zweistufigen Anlage hin zu einer auftragsorientierten einstufigen Kommissionierung erfolgen – ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs in den sechs Etagen! Bis zu 30 Viastore-Mitarbeiter waren zeitweise mit dem Projekt beschäftigt. Gewährleistet werden sollte ein effizienter Anlagenbetrieb auch bei Leistungsschwankungen sowie eine Konzeption der Anlagenauslegung mit 15 Prozent Leistungsreserve. Schließlich wurde die Sanierung in fünf Stufen geplant und angegangen.
Aus zwei mach eins
Viastore Systems hat das Lager der WMF AG saniert - mit einem Wechsel von einer artikelorientierten zweistufigen zu einer auftragsorientierten einstufigen Kommissionierung