Wien. Die angeschlagene österreichische Fluglinie Austrian Airlines (AUA) will sich mit einem weiteren Sparpaket attraktiver für eine Übernahme durch die Lufthansa machen. Von 2010 bis 2015 solle der Personalaufwand um fünf Prozent gesenkt und damit 150 Millionen Euro gespart werden, teilte die AUA am Mittwoch in Wien mit. Darauf hätten sich das Management der Gruppe und die Betriebsräte geeinigt. Ziel des Sparpakts sei ganz klar eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, sagte ein Konzernsprecher. Wegen Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde, die die Übernahme derzeit kartellrechtlich prüft, hängt der Kauf der Airline durch die Lufthansa momentan am seidenen Faden. Die Angebotsfrist der Lufthansa läuft zum 31. Juli aus, bis dahin müsste Brüssel sein Okay gegeben haben. Zugeständnisse der deutschen Fluglinie – wie der Verzicht auf bestimmte Strecken – haben die Kartellwächter aber bisher als unzureichend bewertet. Nach Angaben der Lufthansa kommt für die Fluglinie ein Deal nach Ablauf der Frist nicht in Frage. Ob die AUA ohne eine baldige Übernahme noch lange Überleben kann, ist fraglich. „Das Management ist unverändert zuversichtlich, dass die Integration der Austrian Airlines Group in die Lufthansa gelingen wird“, hieß es am Mittwoch in der AUA-Mitteilung. Daher arbeite es derzeit mit aller Kraft daran, dass dieses Szenario wirtschaftlich erfolgreich sein werde. Mit der neuen Sparmaßnahme werde ein wichtiger Schritt gesetzt. Neben dem bereits beschlossenen Abbau von 1000 Stellen sollen im neue Sparpaket keine neuen Arbeitsplätze wegfallen. Die Kosten sollten mit möglichen Maßnahmen wie unbezahltem Urlaub oder Verzicht auf Gehaltserhöhungen hereingeholt werden, so der Sprecher. Die Details müssten aber noch mit den Sozialpartnern verhandelt werden. (dpa/ag)
AUA legt neues Sparpaket vor
Austrian Airlines will sich attraktiver für eine Übernahme durch die Lufthansa machen