Brüssel. Ein neues Vier-Zonen-Modell für den europäischen Flugraum soll das provisorische Drei-Zonen-Modell ablösen, das als erste Reaktion auf die isländische Aschewolke Mitte April von den EU-Verkehrsministern für die Sicherheit des Flugverkehrs beschlossen worden war. Auf die Neuerung, mit der weniger unnötige Flugeinschränkungen als bisher erreicht werden sollen, einigten sich die EU-Kommission, die Europäische Flugsicherheitsagentur (EASA) sowie die Europäischen Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol am vergangenen Freitag in Brüssel.
Künftig soll EASA nach Absprache mit Eurocontrol im Falle von Aschestaub in der Luft Sicherheitsinformationen an jedes Land des europäischen Flugraums ausgeben. Vier Zonen definieren die Sicherheit. In der weißen Zone ist der normale Flugverkehr möglich, in der schwarzen raten EASA/Eurocontrol zum Flugverbot. Die rote Zone kennzeichnet den Luftraum mit unbedenklich wenig Aschestaub, die graue Zone den Raum mit erhöhter Aschekonzentration. Für diese Zone sollen dann die einzelnen Staaten aufgrund aktueller Empfehlungen von EASA/Euroconrol entscheiden, ob Flugverkehr stattfinden darf oder nicht. Daten für die Aschekonzentration in der Luft liefert wie bisher das Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) London.
Außerdem gab die EU-Kommission die gemeinsam mit Eurocontrol geplante Gründung einer Koordinationsstelle für Luftraumkrisen bekannt. Diese Aviation Crisis Coordination Cell (EACCC) soll immer dann aktiv werden, wenn außergewöhnliche Ereignisse wie eben Aschewolken im Zuge von Vulkanausbrüchen den europäischen Luftraum in seiner normalen Funktion beinträchtigen.
EU-Verkehrskommissar Siim Kallas feierte die Übereinkünfte am Freitag in einer Pressemitteilung als „großen Schritt“ bei den jüngsten Bemühungen der EU-Kommission, das Krisenmangement bei Naturkatastrophen nach einheitlichen europäischen Regeln zu gestalten. (kw)