Bern. Der Schweizer Bundesrat hat mit Beschluss vom 29. Oktober mehrere sanierte Autobahntunnels für den Transport von gefährlichen Gütern geöffnet. „Diese Entwicklung ist besorgniserregend“, sagt Alf Arnold, Geschäftsführer der Alpen-Initiative, in einer Pressemitteilung. Mit der Freigabe von weiteren sieben Tunnels werde die Straße für Gefahrguttransporte attraktiver. Das bedeute, es werden künftig mehr gefährliche Güter von Lastwagen statt mit der Bahn durch die Schweiz gefahren. „Damit werden auf der Straße zusätzliche große Risiken für schwere Unfälle geschaffen“, befürchtet Arnold.
Der Bundesrat betont zwar, dass am Gotthard auch beim Bau einer zweiten Röhre der Transport von gefährlichen Gütern beschränkt bleiben soll. Da diese Beschränkung nur in einer Verordnung geregelt ist, so die Mitteilung der Alpen-Initiative weiter, könne sie vom Bundesrat jederzeit und ohne Volksabstimmung geändert werden. Zudem dürfte es schwieriger sein, bei zwei Röhren zu begründen, weshalb die strikte Einschränkung aufrechterhalten werden soll.
Initiative plädiert gegen zweite Gotthardröhre
Der Gotthard wird – sofern die zweite Röhre gebaut wird – im Unterschied zum Seelisberg-Tunnel zusätzlich sowohl über einen Pannenstreifen als auch über einen separaten Rettungsstollen verfügen. „Mit zwei Röhren riskiert die Schweiz, dass der Gotthard zu einer europäischen Transitachse für gefährliche Güter wird, und das von Basel bis Chiasso und nicht nur im Tunnel selbst“, sagt Alf Arnold. Und weiter: „Deshalb sollte niemand, der mehr Sicherheit auf den Straßen will, einer zweiten Röhre am Gotthard zustimmen. Das erhöhte Risiko würde alle Personen auf und an der Transitachse treffen – nicht nur jene in Uri und im Tessin.“ (gg/gh)