München. Mit Aktionen und Veranstaltungen in ganz Deutschland machte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di am Montag auf die zunehmend prekäre Situation von Berufskraftfahrern aufmerksam. Zu den Forderungen der Gewerkschaften gehört unter anderem die Umsetzung der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie EG/2002/15 zur Begrenzung der Arbeitszeit des Fahrpersonals auf durchschnittlich 48 Stunden in allen EU-Staaten sowie die Ausweitung der Kontrolldichte in Deutschland und Europa. Georg Liebel, der für den Bereich Spedition und Logistik zuständige Gewerkschaftssekretär in Bayern, forderte auf einer Veranstaltung in München die Erhöhung der Bußgelder für Verstöße gegen Lenk und Ruhezeitenvorschriften: „Die Bußgelder, die im internationalen Vergleich viel zu gering sind, bezahlen die Unternehmer aus der Portokasse,“ sagte der Gewerkschafter vor Pressevertretern. Ein „gnadenloser Wettbewerb“ im Straßengütertransport führe zu extrem niedrigen Löhnen, überlangen Arbeitszeiten und zu Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeitenvorschriften. Georg Hupfauf, Oberkontrolleur beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG), der die Straßenkontrollen in Südbayern koordiniert, bestätigte, dass Unternehmen immer wieder versuchten, die Lenk- und Ruhezeitenvorschriften zu umgehen. Häufig anzutreffen sei beispielsweise die Verwendung von zwei Schaublättern oder die Vergabe von fingierten Urlaubsscheinen an Fahrer um die tatsächlichen Lenkzeiten zu verschleiern. Die Aktion, die unter dem Motto „Übermüdung tötet“ bereits zum neunten Mal stattfindet, ist eine weltweit koordinierte Aktion der Internationalen Transportarbeiter-Föderation (ITF), einem Zusammenschluss internationaler Gewerkschaften. (diwi)
Aktionstag für das Fahrpersonal
Gewerkschaften machen auf die zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen für Berufskraftfahrer aufmerksam