Berlin. Der durch den Beitritt osteuropäischer Staaten zur Europäischen Union 2004 stark angewachsene Warenaustausch zwischen Mittel- und Osteuropa hat für deutsche Transporteure nicht den erhofften Frachtmengenanstieg gebracht. Diese Zwischenbilanz zog in Berlin bei der Jahresversammlung der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung und Entwicklung des internationalen Straßenverkehrs (AIST) deren Präsident, Jürgen Gypser. „Die Dienstleistungsgüte einer Reihe von heimischen Frachtführern kann durch steigende Kraftstoffpreise und andere Kostenpositionen die Effizienz nicht mehr erhöhen“, sagte der Verbandspräsident bedauernd vor Mitgliedern und Gästen – unter ihnen der Münsteraner Verkehrswissenschaftler Professor Karl-Hans Hartwig und PDS-Frontmann Gregor Gysi. Viele Transporteure lebten von der Substanz und hätten den Preiskampf bereits verloren, berichtete Gypser weiter. Insolvenzen sei zum Teil Ursache für den Verlust von 17 Mitgliedsunternehmen. Karl-Hans Hartwig bestätigte die Sorgen Gypsers aus wissenschaftlicher Sicht und verwies auf den Güterstruktureffekt. Dem zufolge geht der Transport von Massenkonsumgütern zurück, „und deshalb spiegelt sich das Wachstum im übrigen Warenverkehr vor allem im starken Anstieg ausländischer Fuhrunternehmer auf Deutschlands Straßen“. Gregor Gysi hatte den AIST-Mitgliedern seine Rückkehr auf die bundespolitische Bühne angekündigt und ebenfalls konstatiert: „Sie sind in einer Branche in schwieriger Situation.“ (as)
AIST sieht heimisches Gewerbe bedroht
Konkurrenz aus der erweiterten EU und Mautkosten machen den Mitgliedsunternehmen des Berliner Carnet-Tir-Ausgabeverbandes zu schaffen