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Airline-Verband Barig für Profiling

Ganzkörperscanner am Hamburger Flughafen
© Foto: Joerg Sarbach dapd

Airlineverband unterstützt Vorschlag, die Implementierung des sogenannten Profilings bei Passagierkontrollen an Flughäfen zu prüfen


Datum:
29.12.2010
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Frankfurt. Der Airlineverband  unterstützt den Vorschlag des designierten Präsidenten des Flughafenverbandes ADV, die Implementierung von Elementen des Profiling in die Passagierkontrolle an den Flughäfen zu prüfen. „Gefahr geht nicht von Gegenständen aus, sondern von potenziellen Tätern. Profiling zielt auf die Gefährder“, erklärt dazu Barig-Generalsekretär Martin Gaebges. „Es könnte der Sicherheit viel mehr dienen, wenn beispielsweise ein geschulter Spezialist den Passagieren in die Augen schaut und einige Fragen stellt, als wenn auf Monitoren nach Nagelknipsern und Rasierwasserflaschen gefahndet wird“, so Gaebges weiter.

Die Einstufung von Passagieren nach Risikogruppen (Profiling) ist bei den Sicherheitskontrollen im israelischen Flugverkehr schon seit Jahrzehnten gängige Praxis. Jeder Fluggast wird bei der Ankunft am internationalen Ben-Gurion-Flughafen bei Tel Aviv, aber auch vor Flügen nach Israel, genau beobachtet. Die Reisenden müssen zunächst in einer Schlange anstehen und werden dann vor der Gepäckkontrolle einzeln angesprochen.

 Zum einen achtet das Sicherheitspersonal im Gespräch auf eine möglicherweise auffällige Mimik oder Gestik des Passagiers. Wenn jemand etwa nervös wirkt, stark schwitzt oder dem Blickkontakt ausweicht, ist dies verdächtig. Darüber hinaus gibt es genaue Kriterien wie Herkunft, Geschlecht, Alter und Familienstand, nach denen Passagiere eingeteilt werden können. Die genaue Methode ist allerdings geheim. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet ist an den Kontrollen beteiligt.

Arabische Reisende können ein Lied von den besonders strengen Kontrollen am Ben-Gurion-Flughafen singen. Sie müssen oft sehr lange warten und werden häufig ganz genau befragt. Es kommt auch vor, dass Passagiere sich bei den Kontrollen ganz ausziehen müssen. Wer Hebräisch spricht, wird dagegen entspannter behandelt und oft einfach freundlich durchgewunken.

Die ersten Fragen bei der Kontrolle sind immer die gleichen. „Haben Sie den Koffer selbst gepackt?“, „War das Gepäck seitdem immer unter Ihrer Aufsicht?“, „Hat Ihnen jemand etwas mitgegeben, was vielleicht harmlos erscheint, aber in Wirklichkeit eine Bombe sein könnte?“

Hintergrund der letzten Frage ist ein Fall aus dem Jahr 1986, als ein Jordanier seine schwangere Verlobte, ein irisches Zimmermädchen, ohne deren Wissen mit einer Bombe auf die Reise nach Israel schickte. Der Sprengsatz wurde noch rechtzeitig von israelischen Sicherheitskräften auf dem Londoner Flughafen Heathrow entdeckt. (ak/dpa)

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