Ages dementiert Einlenken im Maut-Streit

11.09.2002 13:49 Uhr

Trotz anderslautender Presseberichte dementiert Ages Maut System, einer der beiden Bewerber um den Lkw-Maut-Auftrag, sich gegen weitere rechtliche Schritte im Bewerberverfahren entschieden zu haben.

"Wir arbeiten unter Hochdruck an einer Beschwerde für das Oberlandesgericht", sagt Markus Löber, Pressesprecher von Ages. Ob diese eingereicht wird, werde das Unternehmen am 16. September entscheiden. "Wir sehen uns in einer guten Position immerhin haben wir uns im vergangenen Jahr bereits zwei Mal wieder in das Vergabeverfahren eingeklagt", so Löber weiter. Sollte dies geschehen, wird das Bundesverkehrsministerium die geplante Einführung des Mautsystems Mitte 2003 kaum einhalten können. Die Aussage eines Artikels, dass die Deutsche Telekom Datenvolumen an Vodafone abtrete, wenn Ages von einer Beschwerde absehe, löste laut dem Pressesprecher bei seinem Unternehmen Verwunderung aus. Diesen Geschehnissen ging die Entscheidung des Bundeskartellamt voraus, den Antrag auf Prüfung der Auftragsvergabe für die Lkw-Maut von Ages zurückzuweisen. Das Bundesverkehrsministerium hatte den Auftrag für den Bau und Betrieb des satellitenbasierten Lkw-Maut-Systems an die Bietergesellschaft ETC.de um die Deutsche Telekom, DaimlerChrysler Services und Cofiroute vergeben. Die konkurrierende Bietergruppe Ages, zu der unter anderem Vodafone und Aral gehören, vermutete, dass das Konkurrenzangebot die Mindestanforderungen nicht erfülle und die Vergabe nicht nach objektiven Kriterien erfolgt sei. Den Antrag wies das Bundeskartellamt zurück, da die vorgeworfenen Fakten nicht festgestellt werden konnten. Entscheidungsgrund sei laut Bundeskartellamt der Preis, bei dem ETC.de seinen Konkurrenten unterbot. Von der Lkw-Maut verspricht sich das Bundesverkehrsministerium jährliche Einnahmen von etwa 3,4 Milliarden Euro. Der Auftrag für Bau und Betrieb des Systems soll für zwölf Jahre gelten. Laut DaimlerChrysler erhält der Betreiber in dieser Zeit jährlich etwa 600 Millionen Euro bis 700 Millionen Euro. Der Auftrag könnte sich doppelt lohnen: Anschlussaufträge scheinen möglich, da auch andere europäische Länder vergleichbare Maut-Systeme planen. Auf deutschen Autobahnen sollen Lkw über zwölf Tonnen ab Mitte 2003 etwa 15 Cent je gefahrenem Kilometer zahlen.

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.