Rostock. Die Methoden der dreidimensionalen Computergrafik werden nach Expertenansicht den Schiffbau massiv verändern. Hintergrund sei, dass die in Deutschland zu bauenden Schiffe für Kreuzfahrten oder für die Marine immer komplexer würden, sagte Peter Hauschild, Leiter Forschung und Entwicklung der Howaldtswerke-Deutsche Werft, am Montag in Rostock auf einer Konferenz der Rostocker Fraunhofer-Gesellschaft. Mit der 3D-Technik könnten Details wie Materialfluss oder perfekte Größenverhältnisse schon bei den Planungen viel genauer berechnet beziehungsweise Probleme bei der Montage verhindert werden. Mit dem herkömmlichen Computerbildschirm sei nur die zweidimensionale Abbildung von Vorgängen möglich, sagte Hauschild. Mit der 3D-Technik könnten dagegen auch komplexe Arbeitsschritte getestet werden. In der Produktion zeige sich immer wieder, dass unvorhergesehene Störungen den Bau eines Schiffes immens verteuerten. Dazu gehörten Konstruktionsfehler oder Mängel in der Fertigung. Die 3D-Technik könne diese Fehlerquellen nicht nur verringern, sondern auch die Bauzeiten verkürzen. „Die hochkomplexen Schiffbau-Systeme können risikoärmer beherrscht werden“, betonte Hauschild. Die 3D-Techniken seien auch notwendig, um in der immer härter werdenden internationalen Konkurrenz bestehen zu können. Dabei spiele Deutschland heute auf dem Weltmarkt eine Vorreiterrolle, sagte Hauschild. Befürchtungen, wonach die Technik Arbeitsplätze vernichten könnte, würden sich nicht bewahrheiten. Die Schiffe würden immer komplexer, so dass auch die Anforderungen an die Mitarbeiter steigen würden. (dpa)
3D-Computergrafik verändert Schiffbau
Laut Expertenmeinung ermöglicht die dreidimensionale Technik eine genauere Planung von Schiffen