CO2-Ausstoß bei LKW
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Wie kann der CO2-Ausstoß bei Nutzfahrzeugen gesenkt werden? Diese Frage sorgt immer wieder für reichlich Diskussionsstoff

©Picture Alliance/CHROMORANGE/Frank Röder

Studie: Kraftstoffverbrauch von Lkw könnte um 33 Prozent gesenkt werden

Bei europäische Sattelschleppern verspricht die aerodynamische Gestaltung das größte Einsparungspotential.

Brüssel. Der Kraftstoffverbrauch neuer schwerer Lkw könnte bis 2030 im Vergleich zu heute um 33 Prozent gesenkt werden, wenn auch in Europa die in den USA beschlossenen Maßnahmen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen angewendet würden. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Beratungsfirma Ricardo Energy & Environment. Die Kosten für die zusätzliche Ausstattung der Fahrzeuge mit der energiesparenden Technik könnten demnach innerhalb von drei Jahren wieder eingefahren sein.

Die Studie überprüft anhand von unterschiedlichen Lkw-Modellen – von Vans bis 40 Tonnen-Sattelschlepper – die Anwendbarkeit der Maßnahmen, die in den USA im zweiten Paket zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und des CO2-Ausstoßes von Lkw vorgeschrieben sind. Die US-Maßnahmen wurden noch unter der Obama-Regierung 2016 verabschiedet. Die Standards sollen ab 2018 bis 2027 phasenweise bei allen neuen US-Lkw angewendet werden. Unter anderem hatte sich die Regierung auf die Fahnen geschrieben, bei schweren Lkw den CO2-Ausstoß sowie den Kraftstoffverbrauch bis 2027 um 24 Prozent gegenüber 2018 zu senken. Erreicht werden sollen die Einsparungen vor allem durch Verbesserungen der Motoren, der Getriebe, der Antriebssysteme, aerodynamisches Design, Reifen mit weniger Rollwiderstand und verfeinerten Leerlaufverhinderungs-Technologien.

Hohe Einsparungen durch aerodynamische Gestaltung der Fahrzeuge

Bei europäischen Sattelschleppern verspricht die aerodynamische Gestaltung mit 10,6 Prozent laut Studie das größte Einsparungspotenzial. 5,4 Prozent Einsparungen ließen sich durch Verbesserungen am Motor erzielen, 5,1 Prozent durch Verbesserungen beim Rollwiderstand. Jeweils 4,5 Prozent verfallen auf die Weiterverwertung erzeugter Hitze sowie Verbesserung der Luftnutzung und des Energierecyclings durch Turbo-Bauteile.

Bei Lkw ohne Anhänger im Zehn-Tonnen-Segment könnte sich durch die Anwendung der US-Vorschriften 31,5 Prozent des Kraftstoffs bis 2030 einsparen lassen. Mit 7,4 Prozent bieten hier Verbesserungen am Motor das größte Einzel-Einsparpotenzial. Vans könnten den Kraftstoffverbrauch sogar um 43 Prozent senken. Mit 28 Prozent wäre auch bei Vans die aerodynamische Gestaltung der Fahrzeuge der bedeutendste Faktor.

„Auch Europa braucht jetzt dringend CO2-Vorschriften für Lkw, um den Innovationswettbewerb voranzutreiben und die Anwendung kraftstoffsparender Technologien zu beschleunigen“, kommentierte Stef Cornelis von der europäischen Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) das Ergebnis der Studie. Die meisten Techniken, um den Kraftstoffverbrauch zu verringern, seien schon vorhanden, würden aber nicht angewendet. Das sei der Grund, warum der Kraftstoffverbrauch von Lkw in den vergangenen 20 Jahren fast gleichgeblieben sei. T&E erinnert in einer Pressemitteilung daran, dass Lkw weniger als fünf Prozent aller Fahrzeuge in Europa ausmachen, aber für 30 Prozent der CO2-Emissionen aus dem Straßenverkehr verantwortlich seien. (kw)

Die vollständige Studie steht in englischer Sprache unter dem folgenden Link zum Download bereit:
http://www.theicct.org/sites/default/files/publications/HDV-Technology-Potential-and-Cost-Study_Ricardo_Consultant-Report_26052017_vF.pdf

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