-- Anzeige --

Ifo-Institut: Noch keine Corona-Pleitewelle in Sicht

1
Das Aussetzen der Antragspflicht bei Insolvenzen hat eine Pleite bei einigen Unternehmen bisher verhindert

Das Münchener Wirtschaftsinstitut rechnet in nächster Zeit nicht mit einer großen Anzahl krisenbedingter Insolvenzen. Allerdings ist das Problem wohl eher aufgeschoben statt aufgehoben.


Datum:
29.01.2021
Autor:
Stephanie Noll
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

München. Eine große Pleitewelle von Unternehmen als Folge der Corona-Krise droht in Deutschland derzeit nicht. Das geht zumindest aus aktuellen Schätzungen des Ifo-Instituts hervor. Diese beruhen laut dem Institut auf historischen Zusammenhängen zwischen Konjunktur, Unternehmensgewinnen und Insolvenzgeschehen.

„Als Folge des Einbruchs bei den Unternehmensgewinnen im vergangenen Jahr hätten eigentlich Forderungen in Höhe von fast 120 Milliarden Euro ausfallen müssen“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Durch die Liquiditätshilfen konnte die zu erwartende Ausfallsumme auf etwa 60 Milliarden Euro halbiert werden.“

Die verbleibenden 60 Milliarden Euro seien vor allem deshalb noch nicht ausgefallen, weil die Bundesregierung die Pflicht zur Anmeldung der Insolvenz ausgesetzt hat, so Wollmershäuser weiter. Bis Ende Oktober hätten Gläubiger bei den Gerichten Forderungen im Umfang von 44,5 Milliarden Euro angemeldet. Die Summe schließe aber auch die 12,5 Milliarden Euro ein, die beim Wirecard-Skandal angemeldet wurden und mit der Coronakrise nichts zu tun hätten.

Aussetzung der Insolvenz-Antragspflicht erst kürzlich verlängert

Die Bundesregierung verlängerte vor Kurzem die Aussetzung der Antragspflicht für die Unternehmen erneut, vom 31. Januar 2021 auf den 30. April 2021. „Durch das bloße Aussetzen der Antragspflicht werden jedoch nicht die wahren Ursachen der Insolvenz bekämpft, sondern die Folgen der Krise nur zeitlich verschoben“, gab Wollmershäuser zu bedenken.

Allerdings dürften die Sofort- und Überbrückungshilfen des Bundes und der Länder einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Produktionspotenzials geleistet haben, schätzt der Ifo-Konjunkturchef. „Die bevorstehende Insolvenzwelle dürfte damit spürbar abgeflacht und die konjunkturelle Erholung nach Ende des Shutdowns beschleunigt werden.“ (sn)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Die VerkehrsRundschau ist eine unabhängige und kompetente Abo-Fachzeitschrift für Spedition, Transport und Logistik und ein tagesaktuelles Online-Portal. VerkehrsRunschau.de bietet aktuelle Nachrichten, Hintergrundberichte, Analysen und informiert unter anderem zu Themen rund um Nutzfahrzeuge, Transport, Lager, Umschlag, Lkw-Maut, Fahrverbote, Fuhrparkmanagement, KEP sowie Ausbildung und Karriere, Recht und Geld, Test und Technik. Informative Dossiers bietet die VerkehrsRundschau auch zu Produkten und Dienstleistungen wie schwere Lkw, Trailer, Gabelstapler, Lagertechnik oder Versicherungen. Die Leser der VerkehrsRundschau sind Inhaber, Geschäftsführer, leitende Angestellte bei Logistikdienstleistern aus Transport, Spedition und Lagerei, Transportlogistik-Entscheider aus der verladenden Wirtschaft und Industrie.