Berlin. Um Unfälle von LKW mit Radfahrern und Fußgängern beim Abbiegen zu vermeiden, sollen künftig elektronische Assistenzsysteme im LKW zum Einsatz kommen. „Es geht um Menschenleben. Anders als noch vor zehn Jahren gibt es heute technische Lösungen, die beschleunigt umgesetzt werden müssen“, sagte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsminister, im Interview mit der VerkehrsRundschau und forderte: „Die Verkehrssicherheit bei rechtsabbiegenden LKW muss rasch verbessert werden.“ Inzwischen gebe es technische Lösungen für elektronische Assistenzsysteme.
Die CDU-Politikerin, die ihre Position im BMVI seit Dezember bekleidet, kündigte an, dass die Bundesanstalt für Straßenwesen im Sommer eine neue Studie zum Toten Winkel veröffentlichen werde. Mit Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans fördert das Bundesverkehrsministerium (BMVI) die Entwicklung eines Leitfadens zur Reduzierung von Abbiegeunfällen zwischen KFZ und Radfahrern. Erste Eckpunkte sollen im Mai vorgestellt werden.
Den Einsatz von Dobli- oder Trixi-Spiegeln als finanziell günstigere Alternative sieht Reiche nur als zweite Wahl: „Nach meiner Kenntnis bleibt bei diesen Spezialspiegeln ein toter Winkel.“ Spiegel seien zwar eine Möglichkeit, das Todesrisiko von Fahrradfahrern zu minimieren. Doch sollte die finanzielle Last nicht den Kommunen aufgebürdet werden. Die Güterverkehrsbranche bleibe in der Pflicht, betonte die Parlamentarische Staatssekretärin, die sich im BMVI unter anderem für die Themen Elektromobilität, Luftverkehr, Verkehrssicherheit, Radverkehr und Lärmschutz kümmert. (diwi)
Das ausführliche Interview mit Katherina Reiche erscheint in Ausgabe 18 der VerkehrsRundschau am 2. Mai. Abonnenten haben die Möglichkeit, das Interview auch als E-Paper online zu lesen.