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ADAC testet nachrüstbare Lkw-Abbiegeassistenten

Lkw-Abbiegeassistenten sollen unter anderem vor Unfällen mit Radfahrern schützen
© Foto: Uwe Rattay/ADAC

Die Tester nahmen neun Systeme unter die Lupe, die die Förder-Voraussetzungen des Bundesverkehrsministeriums erfüllen und über eine allgemeine Betriebserlaubnis verfügen. Nicht alle taugen etwas.


Datum:
05.08.2021
Autor:
Stephanie Noll
1 Kommentare

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München. Der ADAC hat neun Lkw-Abbiegeassistenten zum Nachrüsten getestet. Dabei haben längst nicht alle getesteten Modelle mit „gut“ abgeschnitten. Tatsächlich erreichten nur zwei der Systeme diese Note, zwei bekamen die Bewertung „befriedigend“, eines wurde mit "ausreichend" und vier mit „mangelhaft“ eingestuft.

Die Probanden fallen unter die Kriterien der vom Bundesverkehrsministerium geförderten „Aktion Abbiegeassistent“ und kosten zwischen rund 967 und 3690 Euro. Dazu kommen noch die Kosten für den Einbau. Die Tester nahmen die Systeme unter realen Bedingungen im Straßenverkehr und auf einem Testgelände unter die Lupe. Geprüft wurde etwa, ob die Geräte rechtzeitig auf Inlineskater und Rollstuhlfahrer reagieren, wie groß der jeweilige Abdeckungsbereich ist und wie oft eine Fehlwarnung ausgelöst wird.

Testsieger mit der Note 2,2

Testsieger ist der Assistent der Eyyes GmbH namens TASET001 mit der Note 2,2. Dieses System produzierte laut ADAC im realen Straßenverkehr keine Fehlmeldungen und konnte Radfahrer auch noch in einem seitlichen Abstand von sechs Metern zum Lkw erkennen. Die optische Rückmeldung an den Fahrer sei leicht und verständlich. Allerdings ist der Testsieger mit einem Preis von knapp 3700 Euro auch am teuersten.

Die anderen mit gut und befriedigend bewerteten Systeme von H3M (Truck!Warn FLEX), Knorr Bremse (ProFleet+ GEN 2) und Wüllhorst (WUE AAS-4.0) waren nach ADAC-Angaben ebenfalls in der Lage, zwischen statischen Objekten und ungeschützten Verkehrsteilnehmern zu unterscheiden und nie fälschlicherweise zu warnen. Außerdem registrierten sie ungeschützte Verkehrsteilnehmer bei fast allen Geschwindigkeiten, Abständen und Testvarianten. Eine Warnung an den Lkw-Fahrer erfolgte durch optische und akustische Signale.

Hohe Anzahl an Fehlwarnungen bei mangelhaften Systemen

Bei den als befriedigend beziehungsweise mangelhaft eingestuften Systemen von Dometic (BSC01), Rosho (TurnCAM), Axion (ICA Turn-Assist AAS Set), H3M (Truck!Warn DELUXE) und Continental (RightViu) kritisierte der ADAC eine hohe Anzahl an Fehlwarnungen sowie einen kleinen Sichtbereich. Die Systeme von Rosho, Axion und Dometic erfassten zudem Radfahrer nur, wenn sie den Lkw überholten, jedoch nicht, wenn beide nebeneinander fuhren oder der Lkw den Radfahrer überholte. Das Conti-System funktionierte nur, wenn der Fahrer den Blinker gesetzt hatte.

Lkw-Abbiegeassistenten erkennen Fahrradfahrer und Fußgänger, die sich im toten Winkel befinden und tragen dazu bei, gefährliche Situationen zu vermeiden. Ab 2022 sollen Abbiegeassistenten EU-weit verpflichtend für alle neuen Lkw-Fahrzeugtypen eingeführt werden, ab 2024 für alle neu zugelassenen Lkws und Busse. (sn)

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KOMMENTARE


Sven LEHMANN

07.08.2021 - 18:59 Uhr

Warum das Leben von Rad & Rollerfahrern, und Fußgängern aufs Spiel setzen, wenn die Vorfahrtsregeln ganz einfach geändert werden könnten ? Ist ein Menschenleben mit dem Wert eines Abbiegeassistenten denn tatsächlich aufzuwiegen


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