Die Immobilienmesse Expo Real hat in diesem Jahr über 42.000 Teilnehmende nach München gelockt und damit laut Messe München das Vorjahresniveau leicht übertroffen (2025: rund 42.000 Teilnehmende). Unter den 1777 Ausstellern, die vom 5. bis 7. Oktober sieben Hallen in der Messe München belegten, fanden sich auch zahlreiche Entwickler, Investoren und Dienstleister rund um Industrie- und Logistikimmobilien.
E-Commerce treibt Nachfrage nach Logistikflächen
Die Interessen vieler Player im Logistikimmobilienmarkt vertritt die Logix-Initiative – so auch auf der diesjährigen Expo Real. Einer traditionell am zweiten Messetag veranstalteten Paneldiskussion zum Thema Logistikimmobilien ging ein Vortrag von Christoph Tripp, Professor für Distributions- und Handelslogistik an der Technischen Hochschule Nürnberg, voraus. Thema: „Wer mietet Deutschlands Logistikimmobilien? Zwischen Strukturwandel, China-Expansion & Defence-Boom“.
Tripp gab einen ausführlichen Überblick in die E-Commerce-Strategie chinesischer Unternehmen in Europa, die demnach schon weit gediehen ist. „Wir sind in einer Phase angelangt, die ganz klar auf den Aufbau von Logistikstrukturen ausgerichtet ist“, so Tripp. Das Flächenpotenzial, das sich dadurch in Europa auftut, schätzt Tripp mittelfristig auf eine bis 1,5 Millionen Quadratmeter. 25 Prozent davon entfielen auf Deutschland.
Defence mit langfristigem Flächenpotenzial
Er macht einen weiteren Sektor aus, der die Nachfrage nach Logistikflächen künftig treiben wird: Defence. Hier geht Tripp bis 2028 von einem Flächenumsatzpotenzial für den deutschen Markt von 150.000 bis 250.000 Quadratmetern pro Jahr aus. Während im E-Commerce-Sektor in einigen Jahren von einer Sättigungsphase zu rechnen sei, betrachtet der Experte die Nachfrage im Bereich Militär und Rüstung als „deutlich langfristiger ausgeprägt“. „Zusammengenommen könnte der Logistikflächenumsatzanteil dieser beiden Bereiche bis zu zehn Prozent ausmachen“, so Tripp.
Logix-Studie zu Multilevel-Logistikimmobilien
Ein weiteres Thema, das Logix zur Expo Real adressiert hat, sind mehrstöckige Logistikimmobilien. So wurde anlässlich der Messe eine neue Studie zum Thema Multilevel-Logistikimmobilien veröffentlicht. Die unter der Leitung von Roland Busch von der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitete Publikation ist die erste von zwei Studien zum Thema Mehrgeschossigkeit. Sie grenzt den Begriff der Multilevel-Logistikimmobilie ab, erfasst und typisiert bereits realisierte Projekte in Europa und untersucht deren baulichen und funktionalen Merkmale. Die Studie kann hier heruntergeladen werden.