Die neue Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen

Die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen wird in Kürze eröffnet

©dapd/Stefan Rebscher/Fraport AG

Hintergrund: Die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen

Die vierte Bahn erhöht die Kapazität des Frankfurter Flughafens um 50 Prozent. Dabei dürfen die großen Jets dort gar nicht landen, und auch sonst werden die Abläufe am Airport nicht einfacher

Frankfurt/Main. An die neue Landebahn im Nordwesten des Frankfurter Flughafens werden zahlreiche Ansprüche gestellt. Sie soll so viel Verkehr wie möglich abwickeln helfen und gleichzeitig Umwelt und Anwohner nicht unnötig belasten. Hier einige wichtige Fragen und Antworten rund um die Piste, die den größten deutschen Flughafen nachhaltig verändern wird.

Warum dürfen auf der neuen Bahn Flugzeuge landen, aber nicht starten?

Das wäre zu laut, würde die Umwelt unnötig belasten und zudem keine Vorteile für den Betrieb bringen. Die Bahn ist laut Planfeststellung und auf Vorschlag der Mediation gar nicht für Starts zugelassen. Aus diesem Grund konnte sie mit 2800 Metern auch deutlich kürzer ausfallen als die beiden bestehenden Parallelbahnen, die für Starts und Landungen jeweils 4000 Meter messen.

Dürfen alle Flugzeugtypen die neue Landebahn nutzen?

Nein. Die Bahn ist vor allem für kleinere Jets mit zwei Triebwerken gedacht. Die ganz großen Brummer Airbus A380 und die Boeing 747 Jumbos sind nicht zugelassen. Das gilt auch für den Typ MD 11, der das Rückgrat der Lufthansa-Frachtflotte bildet. Nachtflüge dürfen auf der neuen Bahn ebenfalls nicht stattfinden.

Warum liegt die neue Bahn genau parallel zur alten Doppelbahn?

Parallele Geraden treffen sich nur in der mathematischen Theorie in der Unendlichkeit. Im Frankfurter Landeanflug führen sie hingegen dazu, dass sich die Flieger nicht in die Quere kommen. Die alte Südbahn und die neue Nordwest können je nach Windrichtung aus dem Westen wie aus dem Osten komplett parallel angeflogen werden. Das war laut Fraport bislang mit den Bahnen Süd und Nord nicht möglich, weil sie zu dicht beieinander liegen. Alle landenden Jets mussten sich daher in eine einzige Warteschlange einreihen, die erst kurz vor dem Flughafen in linke und rechte Bahn aufgeknüpft wurde. Künftig wird es zwei Schlangen geben, die unabhängig voneinander anfliegen können.

Wo starten künftig die Flugzeuge?

Wie bislang in der Masse auf der Startbahn West in Richtung Süden und auf der bisherigen Nordbahn, die künftig zur "Central" wird.

Wofür braucht man die riesigen Freiflächen rund um die neue Bahn?

Sie dienen vor allem der Sicherheit, wenn ein Flugzeug von der Betonpiste abkommen sollte. Die Freiflächen sind von der internationalen Luftverkehrsorganisation ICAO normiert.

Werden die Autofahrer auf der A3 nicht abgelenkt, wenn die Jets über ihren Köpfen zur Landung ansetzen oder über die Brücken von der neuen Landebahn rollen?

Schon im bisherigen System kreuzen die anfliegenden Jets beim Anflug aus Osten die Autobahn 5 nach Basel, so dass die Autofahrer am Frankfurter Kreuz ein Stück weit bereits daran gewöhnt sind. Doch natürlich können sie ablenken, was auch ein gewisses Verkehrsrisiko darstellt. Die neuen Rollbrücken über die Autobahn 3 nach Köln sind mit Schildern, Blenden und seitlichen Versatzflächen für die Autofahrer nicht einsehbar, sagt Fraport. Flugzeug-Rollbrücken über Autobahnen gibt es beispielsweise auch an den Flughäfen Amsterdam und Leipzig.

Wo werden die Flugzeuge abgefertigt, die auf der neuen Nordwest landen?

Je nach Fluggesellschaft an den bereits bestehenden Terminals 1 und 2. Zu umständlich wäre es, die Jets an die im Süden des Flughafens geplanten Positionen am geplanten Terminal 3 rollen zu lassen. Dieses Gebäude soll im ersten Abschnitt 2016/2017 eröffnet werden und vor allem die Flieger von der Südbahn aufnehmen. (dpa)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special FLUGHAFEN FRANKFURT – LUFTFRACHT.

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Flughafen Frankfurt – Luftfracht

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