Unterzeichner der Charta (v.l.n.r): Gilles Peterhans (Generalsekretär UIP), Neele Wesseln, (NEE), Dirk Flege (Allianz Pro Schiene), Malte Lawrenz (Vorsitzender VPI), Michael Sikorski (VDV)

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Bahnverbände zeichnen Charta zur Digitalen Automatischen Kupplung

Die sechs Verbände sehen die DAK als Schlüsseltechnologie für eine effiziente Schiene 4.0 und fordern von Unternehmen und Politik eine schnelle Umsetzung.

Hamburg. Sechs führende Schienengüterverbände haben am heutigen Dienstag die Charta zur Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) vorgestellt. Auf dem 10. VPI-Symposium in Hamburg forderten sie Politik und Sektor auf, die Kräfte zu bündeln und die Schlüsseltechnologie für eine effiziente Schiene 4.0 europaweit aufs Gleis zu setzen.

Zu den Erstunterzeichnern der vom Verband der Güterwagenhalter in Deutschland (VPI) initiierten Charta zählen die Allianz pro Schiene, das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und die Internationale Privatgüterwagen-Union (UIP).

„Wir müssen in einer gemeinsamen Kraftanstrengung dafür sorgen, dass spätestens 2030 Güterwagen in ganz Europa automatisch kuppeln“, sagte Malte Lawrenz, VPI-Vorsitzender, bei der Präsentation der Charta vor den mehr als 300 Teilnehmern des Symposiums. Die Zielmarke der Charta sei ebenso ambitioniert wie notwendig. „Wer die stetig wachsenden Transportmengen klimafreundlich bewegen will, kommt an der DAK nicht vorbei“, betonte er. Sie sei Voraussetzung für spürbare Produktivitätssteigerung im Schienengüterverkehr und damit auch für das von der Politik postulierte Ziel, bis 2030 den Gütertransport zu 25 Prozent auf der Schiene zu bewegen. „Mit der neuen Kupplungstechnologie verbinden wir in einem Schritt die überfällige Automatisierung des Wagenkuppelns mit der Welt der Schiene 4.0. Sie ist Enabler und Innovationstreiber zugleich“, unterstrich Lawrenz die Bedeutung der DAK.

In drei Schritten zur Digitalen Automatischen Kupplung

Die Charta beschreibt drei Schritte, die aus Sicht der Verbände umgesetzt werden müssen, um die DAK erfolgreich auf den Weg zu bringen: Erstens die Forschung zur DAK stärken, im zweiten Schritt einen europäischen Fahrplan zur Umstellung der Flotten festlegen und zuletzt die Finanzierung des Migrationsprozesses sicherstellen. Etwa sechs bis zehn Milliarden Euro veranschlagen Experten für die europaweite Ausrüstung von Wagons und Loks mit der neuen Kupplungstechnologie.

Experte Stefan Hagenlocher (HWH - Gesellschaft für Transport und Unternehmensberatung) unterstrich, dass es nun auf ein klares Bekenntnis des Sektors zur DAK ankomme. Die ersten Schritte wie die Festlegung technischer Standards müssten bereits im kommenden Jahr erfolgen, um 2023 erste kommerzielle Verkehre mit der DAK zu fahren. Hier seien die Unternehmen gefordert, sich schnell zu verständigen. Gleichzeitig sei klar, dass der Sektor die milliardenschweren Investitionen nicht alleine schultern könne, so Hagenlocher.

Forderung nach Förderprogrammen aus Brüssel

Dr. Miroslav Obrenovic, Leiter Technik Gesamtsystem Bahn der Deutschen Bahn, Johann Feindert (CEO von GATX Europe), und Peter Reinshagen (CEO von Ermewa SA), unterstrichen in ihren Beiträgen den Willen der Unternehmen zu handeln und zügig voranzuschreiten. Wichtig sei, den Prozess der Umstellung auf die DAK von Anfang an europäisch aufzusetzen. Ein europäisches Großprojekt wie die DAK lasse sich ohne Förderprogramme aus Brüssel nicht stemmen. Hier müssten zügig entsprechende Programme aufgelegt werden. An die Politik richteten Unternehmens- und Verbandsvertreter den Wunsch, Deutschland möge die anstehende EU-Ratspräsidentschaft dafür nutzen, das Thema DAK ganz oben auf der Liste der verkehrspolitischen Vorhaben in Brüssel zu verankern. Alle Player sollten jetzt aufs Tempo drücken. (sn)

Weitere Berichte zu diesem Thema finden Sie in unserem Special RAILCARGO & KV.

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Railcargo & KV, Verband – VDV


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