Jedes zweite Unternehmen will mehr aus- und weiterbilden

16.03.2012 13:34 Uhr
Fachkräfte werden immer mehr zum entscheidenden Puzzlestück für den Erfolg eines Unternehmens

DIHK empfiehlt betroffenen Unternehmen die Mitarbeit in regionalen Netzwerken – Bayern und Baden-Württemberg besonders von Fachkräftemangel betroffen

Berlin. Fachkräftesicherung ist zwar inzwischen für Unternehmen in ganz Deutschland ein wichtiges Thema, allerdings gibt es beachtliche regionale Unterschiede. Darauf macht der Präsident des Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK), Hans Heinrich Driftmann aufmerksam. Er stützt sich dabei auf die Sonderauswertung einer aktuellen DIHK-Umfrage. Driftmann: „Unsere Unternehmensbefragung zeigt, dass in Bayern und Baden-Württemberg - bei nahezu Vollbeschäftigung - bereits fast 40 Prozent der Betriebe im Fachkräftemangel ein erhebliches Risiko für die eigene Geschäftsentwicklung sehen, in NRW sind es bislang knapp 30 Prozent."

Unterschiedlich ist aus Sicht der Betriebe auch die Bedeutung der einzelnen Strategien zur Fachkräftesicherung: So spielt in westdeutschen Bundesländern der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote eine deutlich größere Rolle als in Ostdeutschland, weil das Angebot historisch bedingt dort größer ist. Driftmann betont: „Umso wichtiger sind regionale Rezepte. Vor diesem Hintergrund sind inzwischen mehr als 700 regionale Netzwerke entstanden, die Unternehmen rund um das Thema Fachkräftesicherung unterstützen - Tendenz steigend.“

Jedes dritte Unternehmen will die Betreuungsangebote für Kinder ausbauen

Aus der Befragung des DIHK geht weiterhin hervor, dass jedes zweite Unternehmen eine Ausweitung seiner Aus- und Weiterbildungsanstrengungen plant. Für jedes dritte Unternehmen zählt der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder zu den bedeutenden Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. Damit will man Erziehenden die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit erleichtern. In Deutschland arbeiten laut DIHK nur 17 Prozent der Paare mit Kindern beide Eltern Vollzeit – das sei weniger als die Hälfte des OECD-Durchschnitts.

Zudem tragen nach Angaben des Verbandes die Befürchtungen von Fachkräfteengpässen in den Betrieben dazu bei, auch bei schlechten Geschäftserwartungen an den Beschäftigten festzuhalten. Die Betriebe wollen so gut qualifiziertes Personal, das über betriebsspezifisches Wissen verfügt, halten, um so bei besserer Geschäftslage die Nachfrage bedienen zu können. (cd) 

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