Der Einsatz überlanger LKW bleibt höchst umstritten. Dabei wird nicht mit Fakten argumentiert, sondern die Emotionen kochen hoch. Deshalb muss der bundesweite Feldversuch auf ein solides Fundament gestellt werden, damit Gegner wie Befürworter des Eurocombis in Ruhe das Ende des Tests abwarten können.
Vor allem von Verbandsseite wird polemisiert und diskreditiert. Ein Video der Lobbyisten von Allianz pro Schiene sorgt derzeit für Ärger. Die Eurocombigegner sprechen im Video konsequent vom 60-Tonner, dabei sollen im Feldversuch die Maximalgewichte nicht geändert werden. Die Macher des Videos spielen zudem bewusst mit den Emotionen der Menschen. Mit dramatischen Unfallbildern schüren sie die Angst der normalen Verkehrsteilnehmer vor den „Monstertrucks".
Dieses Unbehagen potenzieller Wähler zeigt Wirkung: Auf Länderebene bekennt sich derzeit nur noch eine Minderheit der Regierungen offen zum Einsatz überlanger LKW. Vor allem SPD und Grüne stellen sich quer. Es geht den Verkehrspolitikern dabei meist nur um politische Grabenkämpfe. Dennoch ist die Angst nicht immer unbegründet: In der Theorie fahren die mehr als 25 Meter langen Laster nur auf gut ausgebauten Straßen und fest definierten Routen. Doch dass Mitarbeiter sich nicht immer an Vorgaben halten, kann jeder Disponent leidvoll bestätigen. Allein um solche Gefahren aufzudecken, braucht es mehr praktische Erfahrung.
Um der ganzen Diskussion die Schärfe zu nehmen, ist ein wissenschaftlich begleiteter Test mit verschiedenen Fahrzeugkombinationen und Einsatzgebieten nötig. Danach lässt sich über Vorteile, Nachteile und Folgen des Eurocombis diskutieren. Gerne kontrovers, aber bitte sachlich.
Sebastian Bollig, Redakteur